Einzug ins Paradies

Das Seminar ist...naja sagen wir mal vom fachlichen her so langweilig wie man es sich nur vorstellen kann. Irgendwie wird viel geredet und doch nicht so viel erklärt, wie das halt immer so ist bei so Seminaren :DInteressant wird’s eigentlich dann wenn wir uns mit unserer Abteilung zusammen hocken und darüber reden wie die Bewirtung hier abläuft. Alles ein bisschen anders als ich es bisher gesehen habe aber auf jeden Fall freue ich mich drauf mal so eine Erfahrung zu machen. Für mich ist es hauptsächlich interessant die anderen 7 Leute kennen zu lernen mit denen ich die nächsten Monate in der Benmore Station wohnen werde. Während des ersten Tages waren alle noch ein bisschen verhalten, aber nach dem Abendessen wenn das Bier und der Wein erst mal fließen wird die Sache schon lockerer. Man lernt sich kennen, lacht zusammen und freut sich auf die bevorstehende Saison. So im großen und ganzen scheint das hier eine gelungene Truppe zu sein. Nicht nur die Leute mit denen ich zusammen ziehen werde sondern einfach alle die sich hier Tag für Tag wieder treffen werden um das Resort am laufen zu halten. Am Ende des zweiten Tages geht’s dann los, vom Fuße des Berges geht’s direkt ins neue Heim. Auf der Heimfahrt habe ich Garry als meinen Beifahrer. Garry, eigentlich Gershon kommt eigentlich aus der Schweiz, ist in München geboren, seine Mum ist aus Canada mit Amerikanischen Wurzeln und sein Dad kommt aus Bulgarien...also ich glaub zumindest dass es irgendwie so in die Richtung war. Auf jeden Fall verstehen wir uns auf der Fahrt zum Haus auf Anhieb so gut dass es außer Frage steht, wer mein Zimmerkollege wird. Es ist schon irgendwie lustig wie einfach alles läuft. Jeder ist damit einverstanden, dass Lena als erstes ihr Zimmer und ihren Zimmergenossen aussuchen darf und dann läufts wie von selbst. Nachdem wir unsere Sachen ins Haus geholt haben wird erst mal Musik aufgedreht, es dauert auch nicht lange bis Hans unser einziger Kiwi im Bunde seine Gitarre raus holt und einen Sound durchs Wohnzimmer schmettert dass man fast meinen könnte Jack Johnson persönlich würde ein Livekonzert nur für uns geben. ☺ Nachdem das Feuer in unserem Monsterofen richtig läuft, nehmen wir uns die Zeit uns alle ein bisschen besser kennen zu lernen und hocken uns noch auf ein paar Bierchen zusammen. Bei der Gelegenheit ergibt sichs, dass jeder nach und nach ein Paar Sachen ans Tageslicht bringt die diese WG prägen werden. Mark zum Beispiel ist von oben bis unten tätowiert und bringt erst mal sein heißgeliebtes Downhillbike in eine sichere Ecke in Lenas und Nicks Zimmer, dass dadurch dass es das größte von allen ist schnell zu einer, na sagen wir mal Abstellkammer für Sportgeräte wird. Nach drei Wochen findet sich eine nette kleine Privatsammlung mit nicht weniger als dem besagtem Fahrrad, 5 Snowboards (3 davon hat ein etwas verrückter Naturverliebter Hippi aus Californiern eingeflogen), einem Pennyboard, einer kompletten Windsurfausrüstung und einem normalen Skateboard in unserm Fort Knox. In der kleinen Küche findet sich schnell ein Platz für einen Spätzlehobel mit dem Max seit geraumer Zeit durch Australien und Neuseeland zieht und ein bisschen Bayrische Kochkultur auf den Inseln verbeitet. Flo hat ein Schachbrett dabei, das noch am selben Abend eingeweiht wird. Ich habe von den ganzen Backpackern mit denen ich auf dem Campingplatz gewohnt hab ein paar Nerfguns, Magic Karten und Jonglierbälle abstauben können die sich gut im Wohnzimmer machen für einen guten Zeitvertreib. Nick schmeißt noch ein paar Magicgloves in die Runde, mit denen er gerne mal durch einen Rave zieht und ein paar Lichtshows verteilt. Von Garry und Lena kommt so vieles aber das wohl wichtigste was die beiden in die WG mitbringen ist der lustige jugendliche Leichtsinn ☺ Irgendwie schön wie unbeschwert alles läuft. Als wir in unsere Betten hüpfen macht jeder einen glücklichen Eindruck auf mich. Tags drauf fahre ich mit Nick in die City um ein paar Einkäufe zu erledigen. Mit zwei Einkaufswägen geht’s durch den Supermarkt der eigentlich mehr ein Großmarkt ist. An der Kasse tippen wir drauf wie hoch denn die Rechnung sein würd und verschätzten uns beide...Am Ende lesen wir einen Betrag von über 500 $ von dem kleinen LCD Display ab, noch bevor ich überhaupt meinen Geldbeutel zücken kann hat Nick seine Karte schon durchgezogen, grinst mich an und sagt „Der erste geht auf mich!“ Und ich glaube das war ein entscheidender Zug der das ganze Leben der Benmore Station von allen anderen WGs unterscheiden wird.

13.3.18 05:50

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