Am Flughafen

Keine Ahnung warum aber im Gegensatz zu den meisten Menschen finde ich Flughäfen irgendwie beruhigend. Vielleicht liegts daran, dass ich immer viel zu früh da bin und viel zu viel Zeit davon im Raucherbereich verbringe wo die Leute sowieso von Natur auf schon gechillter sind, wenn der Glimmstängel erst mal brennt geht’s uns gut. So sitz ich grad wieder in einem dieser Raucherbereiche am Flughafen in Melbourne, wo ich die letzten zwei Tage bei ner Freundin untergekommen bin, hier lasse ich den speziellen Flair den so ein Flughafen an sich hat auf mich wirken. Meine Lieblingsbeschäftigung um mir die Wartezeit etwas zu versüße ist eine gute Mischung aus allem was mir spaß macht. Als aller erstes brauchts an guadn Kaffee, so an scheena Cappuccino im ganz großen Becher und mit schee vui Schoki on top! Und dann wird si raus ghockt und „Leid o gschaut“, weil leid oschaung immer no des scheenste is. I stell mir dann immer vor dass ja jeder von dene grad so sei ganz eigene Gschicht mit si bringt. Und so sitz i dann do in dem verrauchten Eck und denk mir meine ganz eigenen Gschichtn für de Leid aus die do an mir vorbei rauschen. De oana ganz ruhig und in aller Ruhe und Gelassenheit, ham meistens zwoa weiße Stöpsel in de Ohrn und lossen si de guadn Vibes über de Funklöcher indn Kreislauf schiassn. Ganz anders wia die im Anzug hergstriegelten Businessburschen, schee mitm IPhone in da Hand und immer am telefoniern oder moi kurz nochschaun wias mit de Aktien steht. Ham meistens nix anders dabei wia an Aktenkoffer weils eh nia niagands lang bleim und ma ois überroi kaffa ko. Oa der lustigsten Gesellschaften die ma auf am Flughafen so finden kann san die übergroßen Gruppen Chienesen, wo 50 Herren und Damen fortgeschrittenen Alters in gleichfarbigen nie von irgendeinem Modetrend der letzten 20 Jahren beinflussten Jogginganzügen wie a zu großer Schwarm Paradiesfügel umherirren. Pauschal des erste wos de machan wenns irgendwo hin kommen ist aufs Klo zum roaßn, woas da Deife warum. Des beste is ja dass nia wirklich jemand an Plan hod, fast so wia bei de Inder, die a immer in Gruppen mit mindestens 6 Leid am start san, bei dene ham imma olle an Gsichtsausdruck wia a Schweibal wenns blitzt! De warten a immer olle genau neber am Schalter und blockiern an Weg für andere, so lang bis dann oana vom Flughafenpersonal kommt dens dann fragen können wos jetzt hin gehen müssen :D Scho lustige Gesellen. Wenn mas genau nimmt is doch so a Flughafen wos scheens. So vui verschiedene Gestalten die da rumlaufen und so vui lustige Gschichten die hier im ganz alltäglichen Leben ihren lauf nehmen. Es bringt immer ein Abschied nehmen mit sich wenn man am Flughafen ankommt und im gleichen Moment hat man das Abenteuer etwas neuen vor sich. Eine Entdeckungsreise die den Abenteuer in mir wieder aufblühn lässt. Ich freu mich schon drauf zu fliegen und bin gespannt was mich als nächstes erwartet wenn i wieder in Neuseeland bin.

3.4.18 10:09, kommentieren

Good Bye Porters

Die Party...ja die Party, was kann man da schon großartig erzählen. Anfangs hieß es erst mal die Formalitäten zu klären, also eigentlich war noch bevor es zu irgendeiner Ansprache kam kein Bier und kein Wein mehr da, was aber niemand so wirklich zu überraschen schien. Da hat sich unser Chef mal wieder von seiner spendabelsten Seite gezeigt. :D Als wir dann doch zu dem Teil kommen, an dem es darum geht dem ganzen Team, das natürlich wie jedes andere Jahr, das beste Team aller Zeiten war zu gratulieren und zu danken, ist die Stimmung zumindest schon mal aufgelockert und selbst unser Uli zeigt Charakterzüge die einem ganz normalen Menschen angehören könnten. Es gibt Preisverleihungen, sozusagen Urkunden und davon gibt’s viele. Es gibt zwei für die glücklichste und zweitglücklichste Person am Leben. Flow dessen Unfall jetzt ungefähr einen Monat her ist, bekommt den zweiten Platz. Der erste geht an Lucie, sie ist bei einem Ausweichmanöver auf der schmalen Passstraße über die Klippe geschlittert und über gute 100 Meter in den Abgrund gestürzt. Wie durch ein Wunder hat sie nicht mehr als ein Paar Kratzer und Prellungen aus diesem Unglück mitgenommen. Es werden die Preise für die Mitarbeiter des Jahres verliehen und der erste Platz geht an unseren Pechvogel Peter. Der es mehr als verdient hat, hatte er wie schon erwähnt immer das Pech auf seiner Seite und trotzdem immer ein offenes Ohr und einen Freundlichen Spruch für jeden auf Lager. Aber der wohl beste Preis der dieses Jahr verliehen wurde ging an Charlotte. Ihre Urkunde war mit den Worten „A landlords dream“ ausgezeichnet. Was wenn man es genau betrachtet nichts anderes heißt als dass sie zwar ihre Miete bezahlt hat aber über die hälfte der Nächte in anderen Häusern und Betten verbracht hat...Touchee Uli, das muss man dir lassen, haste gefickt eingeschädelt :DAls dann die ganzen Spielereien vorbei waren und der offizielle Teil des Abends hinter uns war ging es für die mittlerweile doch etwas unruhige gewordene Feiermeute ein Haus weiter in den Gentlemans Club. Hier mal kurz zur Orientierung. Am Fuße des Berges war eine Alpin Lodge wo Gäste übernachten konnten und in der auch wir übernachtet hatten als wir uns alle zum ersten mal getroffen haben. Etwas unterhalb davon gab es noch eine weitere Hütte, in der diejenigen Wohnten, die sich um die Instandhaltung des Berges kümmerten und früher oder eben auch später als der Großteil der Belegschaft mit der Arbeit begannen. Und da die Leute der Bergwacht und Schneemacher meistens Männer sind, wurde die kleine Hütte die neben dem Haus stand und in der sich bequeme Couchen, ein Billardtisch und kein schlechtes Soundsystem standen ganz einfach Gentlemans Club getauft. Der weitere verlauf des Abends war legendär! Es war wie es sein musste wenn eine so große Gruppe für einen letzten Abend zusammen feiert. Ich hatte mein erstes Bierpong duell und als mich Gerry los schickte um die Becher zu füllen hab ichs etwas zu gut gemeint und die Becher ganz voll gemacht, was das ganze Spiel zum Spektakel für die umstehenden Zuschauer machte! Je später der Abend wurde um so schöner wurde es. Keiner war traurig drüber dass wir uns vielleicht nie wieder sehen würden, jeder war einfach nur glücklich hier zu sein und nochmal mit allen gemeinsam zu feiern, was dazu beigetragen hat, dass es zumindest mir so vorkam als ob an diesem einen speziellen Abend eine ganz bestimmte Magie in der Luft lag. Und hier möchte ich Anmerken dass sich abgesehen von den üblichen Partydrogen (Alkohol und Mary Jane) keine weiteren bewusstseinserweiternden Substanzen durch meinen Körper geflossen sind. Wie schon gesagt je später der Abend wurde je besser wurde die Stimmung und das mag sich jetzt vielleicht kitschig anhören, aber ich war noch nie auf einer Party in der so viel Liebe in der Luft lag. Ich meine nicht die Art von Liebe die nur für eine Nacht anhält, sondern es war eine Energie die ich mehr als respektierende Liebe beschreiben würde. Die Art von Liebe mit der man jedem Menschen und jedem Lebewesen dieses Planeten entgegentreten sollte, ein Gefühl so unbeschreiblich, dass ich mir nicht vorstellen kann dass es überhaupt eine Droge gibt die einem dieses Gefühl geben kann. Einen besseren Abschluss hätte sich keiner von uns für diesen Winter erdenken können.

3.4.18 10:06, kommentieren

No g in Paradigm

Jetzt hab ich den ersten Tag unserer zwei wöchigen Reise etwas ausführlicher gestaltet und genau mit dem gleichen Gefühl und der gleichen Gelassenheit mit der wir in unsere Tour gestartet sind ziehen wir auch weiter, wir campen wo wir wollen, gehen jeden Tag mindestens eine Stunde spazieren und bewundern die grüne Landschaft Neuseelands, magische Wasserfälle und auch wenn wir keinen Kiwi zu unseren Sichtungen zählen können haben wir doch ein paar Tierchen geseh’n. Das einzig kleine Detail, dass sich für die Zweite Woche noch ändert, ist dass wir nicht mehr zu zweit sondern zu Dritt unterwegs sind. Nach einem kurzen Telefonat mit Flow haben wir es geschafft ihn mit Leichtigkeit in unser Boot zu ziehen. Es ist schön jetzt mit den beiden Menschen auf einer Reise physischen Reise zu sein mit denen ich vor nicht mal zwei Wochen auf meine erste psychische Reise gegangen bin. Aber jetzt genießen wir wirklich nur was Mutter Natur zu bieten hat. Okay die andern beiden lassen sich nicht lumpen und gehen kurzerhand Fallschirmspringen. Ich dagegen behalt lieber mal die Füße aufm Boden, es müssen ja nicht gleich alle drei von uns abheben. ☺ Den letzten oder besser gesagt die letzten zwei Tage unseres gemeinsamen Trips haben gönnen wir uns eine gute Mischung aus langem wandern und schöner Entspannung. Coopland Treck heißt das Ziel. Ein Wanderweg der laut angaben im Internet 7 Stunden in den Dschungel führt und den wir auf unserer vorherigen Reise von Bob dem 60 Jährigen Backpacker den wir beim trampen aufgegabelt haben, wärmstens empfohlen bekommen. Nicht zuletzt weil das Ziel der Reise natürliche heiße Quellen sind. Ein schönes Ende für ein gelungenes Abenteuer. Was mir unheimlich gut getan hat, war die Dankbarkeit das strahlende Gesicht das Nick mir entgegen brachte als er sich nochmal dafür bedankte, dass ich ihn auf ein „richtiges“ Abenteuer mitgenommen habe, so ganz ohne Hotel und in Verbundenheit mit der Natur. Auch wenn ich es mir selbst wahrscheinlich gar nicht zugestehen würde, so glaube ich doch dass viele Menschen dankbar waren mich kennen zu lernen. Das soll sich jetzt nicht überheblich anhören aber vor allem jetzt nach der ganzen Zeit des Reisens die ich schon hinter mir gelassen habe, so kommen doch immer wieder Freunde auf mich zurück um sich nochmal für die gemeinsamen Stunden und Tage, die Gespräche und Lacher, die ausgetauschten Geschichten und Energien bedanken. Und ich bin dankbar für jeden einzelnen von ihnen, die meine Reise zu etwas ganz Besonderen gemacht haben. ☺Es ist bereits spät am Abend als wir zu Hause ankommen und das Auspacken verschieben wir erst mal auf Morgen. Es gäb eigentlich so viel zu erzählen, ich könnte mich auslassen in Schwärmereien über den Winter in Neuseeland aber ich glaub es ist nicht schlecht wenn ich mir ein paar Geschichten aufhebe um sie mal bei nem Bierchen oder zwei zu erzählen. ☺Wir sind in der letzten Woche der Skisaision angekommen und auch wenn wir nur zwei Wochen weg waren, so hat sich die ganze Stimmung im Haus ein bisschen verändert. Vor allem wenn man von Leuten, mit denen man nicht zusammen wohnt zu hören bekommt dass die Benmore Station ohne uns drei nicht das gleiche war. Aber das kann ich mir im Nachhinein ganz gut vorstellen, so waren es doch immer Nick und ich, die sich um das leibliche und seelische Wohl unserer Gäste gekümmert haben, vor allem Dienstags wenn eine wilde Herde junger Leute bei uns vorbeigekommen ist um sich die neueste Folge Game-of-Thrones anzuschauen. Etwas, das ich nie so wirklich verstanden habe. Ich weiß, dass ich gut darin bin mir meine Zeit zu vertreiben, da brauche ich nicht noch eine Serie auf die ich mich fixiere, vor allem wenn sie über so viele Staffeln geht. Nene, ich steh dann lieber in der Küche und Back Cookies für die Pause oder wir hocken zu dritt (Lena, Mark und ich) im Zimmer und spielen UNO oder machen uns über die anderen lustig, was man halt mal so macht wenn man sich die Zeit ein bisschen vertreibt und gesellig ist. Kaum zu glauben aber Uli hat uns dann trotz unserer Kündigung auf die Abschlussparty eingeladen, naja also wir haben zwar nicht wie alle anderen eine e-Mail bekommen, aber auf das Nachfragen unserer Mitbewohner hin hat er dann doch nichts dagegen einwenden können.Hermann Hesse hat mal gesagt dass jeder Anfang einen Zauber in sich hat. Wenn dem so ist, dann muss das heißen, dass auch jedem Ende ein Zauber inne liegt. Ich komme mir eher verloren vor. So ziemlich jeder hat Pläne was er machen will wenn der Schnee weg ist. Nick geht zurück nach Kalifornien, Flo fliegt zurück in die Heimat, Max hat einen Job als Bulldogfahrer, Lena geht nochmal zurück auf die Pferdefarm auf der sie davor gewooft hat, Gerry will hoch nach Auckland um sich mit Kumpels zu treffen und surfen zu lernen. Mark freut sich drauf den Berg nicht mehr mit seinen Skiern sondern mit seinem Bike hinunter zu düsen. Hans geht erst mal zurück zu seinen Eltern und spielt weiter auf seiner Gitarre. Viele der anderen haben schon konkrete Pläne was sie machen werden, nur ich bin es wieder der sich nicht entscheiden kann. Eine Zeit lang habe ich mir überlegt nach Kalifornien zu gehen, Nick würde mir nur zu gern einen Job in einem RICHTIGEN Skiresort beosrgen. Aber da mir das mit dem Visa so kurzfristig einfach zu blöd ist und ich mich nur mal so lari fari als au-pair beworben habe, gebe ich mich erst mal damit zufrieden Kalifornien zu verschieben. Aber was machen? Also ich will schon noch ein bisschen hier bleiben und Neuseeland auskosten. Takaka hört sich ganz gut an. Aber vorher muss ich auf jeden Fall erst mal nach Australien um mein Visa zu aktiviernen, das ist es zumindest was mir meine Kontaktperson erzählt hat. Nachdem ich mir viele Gedanken und Pläne gemacht habe was ich den alles machen könnte, stehe ich am tag der Abschiedsparty wieder genau da wo ich mich irgendwie immer wieder finde. Mit dem Statement „Schaun ma moi – dann seing mas scho!“ Lass ich das leben auf mich zukommen. Und freue mich auf die letzte Party mit den ganzen Chaoten die mich über die letzten 3 Monate durchs leben begleitet haben.

3.4.18 10:05, kommentieren

On the road again

Es ist schon krass wie die Zeit vergeht...Gerad noch bin ich mit meiner Schwester vom trekking in Nepal nach Neuseeland geflogen um hier die Inseln zu erkunden und jetzt ist der Winter hier vorbei und es heißt abschied nehmen von Freunden die mich über die letzten drei Monate nicht nur zu Hause sondern auch in der Arbeit begleitet haben. Vor zwei Wochen hatte ich mein einjähriges Reisejubiläum und wenn mir jemand gesagt hätte was ich an diesem Tag mache hätte ich ihn für verrückt erklärt. Nachdem Nick und ich uns entschieden haben das Leben auf dem Skiresort frühzeitig zu beenden um die Schönheit dieses wunderbaren Landes zu erkunden sind wir Ende September mit meinem umgebauten Van losgezogen. Am Ersten Tag unserer Reise ging es rüber zur Westküste. Auf dem Weg dort hin hatten wir eine mysteriöse Begegnung mit einem Psykick oder auf gut deutsch, wir waren bei einer Wahrsagerin die uns die Karten gelegt hat. Wir hatten gerade einen Stopp zum verschnaufen gemacht und waren gerade so wieder auf unserem Weg als wir am Straßenrand ein handgemaltes Schild gesehen haben. Ein kurzer Blick rüber zu meinem Beifahrer und wir beide waren uns sicher den gleichen Gedanken zu haben „Zeit für einen zweiten Stopp!“. Was soll ich sagen, ich war vor meiner Reise schon offen für spirituelle Begegnungen und bin während meinen Abenteuern noch offener für dieses Thema geworden, aber irgendwie hatte ich doch noch meine Bedenken was das anging. Doch das sollte nicht lange so bleiben. Gerade als wir uns vorgestellt haben kam schon die erste Feststellung der weißen Hexe, dass Nick in einer Familie mit zwei Geschwistern aufgewachsen ist. In meinem Fall lag sie allerdings daneben, sie meinte ich hätte drei Geschwister, aber soweit ich weiß habe ich nur einen Bruder und eine Schwester mit denen ich mehr als zufrieden bin. Als wir uns dann in den gemütlich ausgebauten Bus gesetzt haben um das Spektakel beginnen zu lassen war ich noch etwas skeptisch. Bis zu dem Moment als sie mir mein Leben etwas genauer erklärt hat. Sie wusste mit welchem Mädchen ich mich in letzter Zeit getroffen habe und wie die Romanze geendet hat. Hat Nick auf einen Traum angesprochen den er vor Jahren mal hatte und hat noch so manches andere von uns und unserem Leben preis gegeben. Die wohl interessanteste Sache aus dieser Begegnung war allerdings dass was sie uns für das kommende Jahr vorhergesagt hat. Wir sitzen also in diesem Bus, jeder in seinem eigenen Sessel und die gute Frau vor uns an einem Tisch. Sie holt zwei packen Karten aus einer Schublade, die einen sind groß, in etwa so wie ein DIN A5 Blatt und haben neben der Deutung der Karte auch bunte Gemälde auf der Vorderseite. Der andere Stapel war ein einfacher selbstbeschrifteter Haufen Karteikarten. Dann bat sie mich zuerst von den großen bunten sieben Stück auszuwählen und vor mir auszubreiten, von den Karteikarten kann ich so viele nehmen wie ich will. Gespannt suche ich mir die Karten raus und lasse mich dabei von meinem Gefühl leiten und nachdem ich gemacht hab was mir befohlen wurde setzte ich mich erwartungsvoll zurück in meinen Sessel und höre zu was sie mir zu sagen hat. Die Stimmung in dem Raum ist weder angespannt noch zu locker, alle von uns spüren die Energie die durch den Raum geht, ob das nur an uns liegt oder ob es wirklich an dem höheren Medium liegt von dem die Frau ihre Antworten bekommt sei jetzt mal dahin gestellt, manchmal gibt es einfach Situationen die sich so nicht erklären lassen und die auch keine Erklärung benötigen. Sie beginnt mit den 7 Taro Karten und erklärt mir dass diese Karten Jeweils für einen Monat von jetzt an stehen. Ich kann mich nicht mehr erinnern in welcher Reihenfolge sie aufgedeckt wurden, aber zumindest weiß ich noch was sie gesagt hat. Ich habe mir ja schon lange vorgenommen mal öfter zu meditieren, es aber nie wirklich lange durchgehalten es regelmäßig zu machen, dazu sagt sie mir dass Meditation nicht wirklich Meditation heißen muss. In meinem Fall kann es meditieren sein wenn ich meine Gedanken schweifen lasse, egal wo ich bin, ob im Auto, in einem Club oder alleine in der Wildnis beim wandern. Das nächste was sie mir vorher sagt, ist dass entweder meine Schwester, mein Bruder oder ich ein Kind bekommen werden wenn wir nicht aufpassen. Dazu kommt dass ich auf meine Gesundheit achten soll und meinen Körper das geben soll was er braucht um sich auszuruhen, was in diesem Fall wohl auf meinen Husten bezogen war den ich schon seit 2 Wochen mit mir rumschleppe und der heute immer noch hier und da mal den Raum erhellt. Eine andere Karte zeit mir, dass ich wenn ich es möchte ein Medium werden kann wie sie selbst es ist. Wieder eine andere warnt mich vor einem Einbruch in mein Auto. Wie in jedem guten Film ist auch hier ein Karte dabei die mir etwas über mein Liebesleben erklären soll und dann ist da noch eine Karte die auf sie zurück weist, nachdem all das passiert ist was passieren soll werde ich mich daran erinnern was sie mir heute schon erzählt. Die letzte Karte ist wohl die für mich interessanteste. Sie sagt mir dass ich im kommenden Jahr eine Nahtot Erfahrung machen werde, worauf ich schon ziemlich gespannt bin. Und dann kamen die Karteikarten, ziemlich lustig dass auch hier wieder eine Karte dabei war, die ein Baby in meiner direkten Blutlinie prophezeit. Dann währe da noch ein Unfall mit einem schwarzen Motorrad, die Begegnung mit meiner Traumfrau, erneut ein Diebstahl meiner Wertsachen, eine weiter Karte zum Thema Meditation, eine Karte mit der Aufschrift „GAY“ die mir aber nur zu verstehen geben soll dass ich bisexuelle Tendenzen aufzeigen werde und der Rest war entweder nicht mehr so wichtig oder ich hab einfach nicht mehr so gut aufgepasst um mich an alles zu erinnern. Wie dem auch sei, das lustige dabei ist, dass Nick zum teil die selben Karten gezogen hat wie ich. Auch er hatte eine Karte die ihn vor einem Diebstahl gewarnt hat, auch er hatte die Karte mit der Aufschrift „GAY“ und als wir später darüber geredet haben sind wir dann auf den Entschluss gekommen, dass vor allem Nick der sich gerne mal in der Rave-Szene einem MDMA rausch hingibt dass es nicht verwunderlich ist. Je mehr zeit wir damit verbringen das leben zu leben, dass die Hippies uns vorleben, nämlich nicht nach der Liebe zu suchen, sondern die Liebe zu sein und alles so zu bewundern und so wert zu schätzten wie es ist, genauso werden wir unsere Mitmenschen wertschätzen, egal welches Geschlecht sie haben, denn am Ende ist es doch nur eins das uns ausmacht und alle Leute auf diesem Planeten miteinander verbindet, egal ob schwarz oder weiß, reich oder arm, jung oder alt wir alle sind eins zusammen und das ist, dass wir alle Menschen sind!Okay...zugegeben dass war jetzt ein kleiner Ausschweifer auf meiner Reise und ich hab das ganze vielleicht hauptsächlich hier rein geschrieben, dass ich mich selbst daran erinnern kann was ihr davon haltet sei euch überlassen, ich für meinen Teil mache jetzt damit weiter dass ich euch erzähle wie wir nach dieser Begegnung mit dem Orakel damit begonnen haben unsere Reise komplett ohne Plan zu leben. Wir verlassen diesen energiegefüllten Ort gegen Nachmittag und machen uns weiter auf die Reise Richtung Greymouth wo wir uns vom Supermarkt einen Vorrat für die nächsten Tage zulegen bevor wir weiter in den Süden reisen. Als es um halb 6 langsam anfängt dunkel zu werden, schicken wir unsere Gedanken in den Himmel um einen schönen Campingplatz zu finden. Klar könnten wir einfach unser IPad rausholen und nach einem Campground suchen, aber wir wollen das Abenteuer leben, die Freiheit spüren und somit kommt es, dass wir uns auf die Suche nach verlassenen Seitenstraßen machen. Gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang erspähen wir eine Seitenstraße, leider sind wir etwas zu schnell dran um sie auf den ersten Schwung mit zu nehmen. Als wir ein Stückchen weiter die Straße runter einen Platz zum wenden finden, der ebenfalls eine Seitenstraße ins ungewisse ist, entschließen wir uns kurzerhand die Lage hier zu checken. Einen halben Kilometer fahren wir auf der Schotterstraße ins ungewisse und dann passiert es. Auf der linken Seite tut sich eine Lichtung auf. In mitten der Bäume und Wildnis hier draußen im nichts eine zirka 150 m2 weite Fläche, ein kleines Bachgerinsel fließt am Rande der Grünfläche auf eine 50 Meter tiefe Klippe zu und wird zu einem kleinen Wasserfall der sich weiter unten den Weg durch den dicht bewachsenen Nadelwald bahnt und in einen großen See fließt der den blick in die Landschaft einfach atemberaubend werden lässt. Ohnehin schon ein perfekter Platz um den Sonnenuntergang zu genießen, ist das eigentliche Highlight an diesem Ort nicht die Natur, sondern der alte verrostete Bus, der wohl nicht nur seit gestern hier auf der Lichtung steht. Ein Bus wie man ihn zuletzt im Film „Into the Wild“ gesehen hat. Basecamp one ist der perfekte Platz um unser Lager für die Nacht aufzuschlagen. In weißer voraussicht haben wir uns bevor wir uns von der Benmore Station auf den Weg gemacht haben noch Reis gekocht um das am Abend nicht machen zu müssen. Eine halbe Stunde nachdem wir unsere Lucy geparkt haben sitzen wir im mollig warmen „Wohnzimmer“ und machen uns bei Fried Rice auf die Reise nach Asien. Nachdem wir den Abwasch hinter uns gebracht haben bauen wir das Wohnzimmer zum Schlafzimmer um und haben ziemlich schnell rausgefunden was die beste Position ist um sich einen Film an zu schauen bevor wir uns zufrieden und mit einem lächeln in unsere erste Nacht in der Wildnis verabschieden.

3.4.18 10:03, kommentieren

Eine etwas andere Reise

Apropos die schönen Dinge im Leben. Hab ich schon erwähnt dass wir es tatsächlich geschafft haben mit 5 der 8 Leuten in der Benmore Station ein Gruppenfasten zu machen. Das ganze wurde natürlich von Nick angestachelt der einfach so mal für 5 Tage nichts gegessen hat. Wobei einfach so jetzt auch falsch gesagt wäre, er hatte da ein kleines Problem mit der er sich mir anvertraut hatte und seine Lösung für das ganze war dann eben dieses fasten. Einen Monat später hat er uns das Fasten so schmackhaft geredet dass wir alle zusammen eingestiegen sind. Es war mittlerweile schon Ende September und nach langem überlegen und einigen weiteren „dnm’s“ (deep and meaningful conversations) hatten Nick und ich unseren Entschluss gefasst den Job frühzeitig hin zu schmeißen um zwei Wochen in den abgelegensten Ecken Neuseelands zu campen und das Leben in der Natur zu genießen wie Hippies das nun mal machen. ☺Ein kurzer Flashback, in den Monaten davor ist einiges passiert. Nick hat es geschickt geschafft das Getriebe von Hans Auto zu zerstören, kurz darauf war es Flo der ziemliches Glück hatte als er mit Lenas Auto auf der falschen Fahrbahn in einen Wohnwagen gebretter ist und glücklicherweise niemandem etwas passiert ist. Ich weiß noch als wir im Wohnzimmer hockten und gerade Snowboard Videos geschaut haben, also Mag le Don von nebenan plötzlich vorm Bildschirm stand und uns mit geschockter Miene erklärte dass Flo nen Unfall hatte. 10 Minuten später bin ich mit Mark am Unfallplatz angekommen und ich hatte wirklich mit allem gerechnet als ich das Auto gesehen habe, mit gebrochenen Knochen, viel Blut und vor allem einen wahrscheinlich nicht ansprechbaren Flo. Aber bis auf kleinere Schürfwunden und einen kleinen Schnitt der mit 2 Stichen genäht wurde ging es allen Beteiligten den Umständen entsprechend bestens. Der Umstand dass alle noch am leben sind und dass wir aber alle nicht wirklich mit dem Alltagsleben auf dem Berg zufrieden sind veranlasst uns dazu einen Plan zu schmieden. Eigentlich war es Nick der das Ausschlaggebende Argument brachte. Sein Flug zurück in die USA geht Mitte Oktober und wenn er jetzt wirklich bis zum ende hier im Skiresort arbeiten würde, dann würde er nichts von diesem schönen Land mitnehmen, außer der Erinnerung an ein zerstörtes Auto und das tägliche Fiasko auf dem Skiresort. Also hat er mich gefragt wie es denn bei mir ausschauen würde und ob ich auf eine beziehungsweise zwei kleine Reisen gehen will. Der Plan war an und für sich einfach. Wir kündigen, dann fasten wir für eine Woche, nachdem wir dann eine Woche gefastet haben gehen wir zuerst einmal auf einen spirituellen Trip mit etwas Hilfe von Herrn Hoffmann um danach die Reise mit dem Van anzutreten. Klingt nach einem ziemlich soliden ziemlich guten Plan. Die Wochen in denen Flo sich noch von seinem Unfall erholte waren auch die Wochen in denen wir unser Verhältnis gestärkt haben. Generell die ganzen drei Monate die ich in der Benmore Station gewohnt haben waren irgendwie spirituell geprägt und Flo hat die Welt erst noch mit materialistischen Augen gesehen, aber als wir oft mals Abends zu dritt in dem kleinen Vorraum bei der Haustür hockten, hatte er immer mehr interesse auch die spirituelle Welt etwas besser kennnen zu lernen. Also war es so dass wir nach dem Fasten und an dem Tag seines Geburtstags zu dritt um 5 Uhr Morgens aufgestanden sind und zusammen ein Frühstück eingeschmissen haben dass uns die Augen für die schönen Dinge dieser Welt wieder öffnen sollte. Der einzige von uns der davor schon einmal Erfahrungen mit Acid gesammelt hatte war Nick, er war unser Guide und Mentor an diesem Tag. Wir verlassen das Haus in der Finsternis der Nacht. Am Haus führt ein kleiner Wanderweg vorbei, der uns auf die Felder und an den Fuß der Berge führt, wo wir uns genau zur richtigen Zeit einfinden um unser Lager aufzuschlagen und den Sonnenaufgang zu bewundern. So ein LSD Trip ist anders als ich es mir vorgestellt habe. Man hört immer von Halluzinationen und davon dass man Dinge sehen würde die eigentlich garnicht da sind. Wenn ich meine Erfahrung jemanden beschreiben müsste, der sich noch nie auf diese Reise begeben hat, würde ich es in etwa so erklären. Du lebst schon so lange in dieser Welt und du hast schon so viele Sachen gesehen, dass du es verlernt hast genau hinzusehen um die Schönheit der Natur in vollen Zügen zu genießen. Und das ist genau das was das LSD mit dir macht. Es ist als ob dir jemand ein Paar neue Augen gibt, die das Antlitz dieser Welt zum ersten mal betrachten dürfen und die dieses Privileg zu schätzen wissen. Man nimmt sich mehr Zeit einfach mal einem Vogel zu beobachten oder in den Himmel zu starren. Man spürt die Energie die einen umgibt. Die Energie der Natur, der Bäume, der Sonne, der Vögel der Käfer, der Schafe und die der Menschen die einen Umgeben. Es ist eine schöne Erfahrung die einen den Geist öffnet. Gleichzeitig ist es die Droge der Wahrheit. Selbst wenn du möchtest könntest du nicht lügen. Sie zwingt dich zwar nicht dazu die Wahrheit zu sagen, aber sie gibt dir das Gefühl dass du geborgen bist und nichts fürchten musst solange du aufrecht zu dir selbst bist. Ich bin froh diese Erfahrung gemacht zu haben und ich bin Froh, dass es mit den beiden Menschen war mit denen ich mich noch heute gerne über alles mögliche unterhalte.

3.4.18 09:58, kommentieren