Good Bye Nepal

26.03.-30.03.Vollgepackt geht es nach einem ausgiebig langem Frühstück auf die große Wanderschaft zur 3 Kilometer entfernten Bushaltestelle. Heute hab ich mich gleich zweimal versichert dass ich nichts vergessen habe. Letztes mal hab ich meine Bartschere und ein paar andere kleine Dinge hier liegen lassen. Aber die Socken die ich as letzte mal hier irgendwo verloren hab, sind nicht mehr aufgetaucht. :D Die letzten Tage in Nepal, wie könnte man die auch besser verbringen als beim shoppen?! Wir haben uns schon vor etwas längerem darauf festgelegt, dass wir bevor wir nach Neuseeland weiter ziehen noch ein Päckchen mit Geschenken und Mitbringsel in die Heimat schicken. Gleich nachdem wir ankommen und was gegessen haben mach ich mich mit Tom auf in das Elektronikviertel der Stadt um mir eine externe Festplatte zu holen, damit ich mir ein paar seiner Filme mit auf die Reise nehmen kann. Danach noch einen neuen Akku fürs Handy und ich bin soweit ausgestattet dass ich ohne Probleme weitere 6 Monate unterwegs sein kann. Lustiger weise ist es wiedermal ein kleines Wiedersehen alter Bekannter im Secret Garden. Und wie es schon immer so war in den Gemäuern dieses gemütlichen Unterschlupfs werden auch diesmal die Nächte wieder länger als die Tage. Wir opfern zwei halbe Tage damit uns vergeblich um ein Transitvisum für Australien zu bemühen, um dann am Ende das erwartete Urteil fassen zu können...Verlass dich auf die nepalesischen Behörden und du bist verlassen! Zumindest sehen wir so noch was von der Stadt und wo wir schon mal dabei sind, können wir uns einfach nicht zurück halten und shoppen noch was das Zeug hält um für euch daheim auch ein paar schöne Mitbringsel im Gepäck zu haben. Wir haben den 28.03. als ich gerade bei einem Kaffee zu einer Zigarette meine e-mails checke und mir einfällt, dass ich mit Nacho als wir uns das letzte mal gesehen haben ausgemacht habe, dass wir wenn wir wirklich beide in Kathmandu sind zusammen zum Bungeejumpen gehen. Er ist vor einer Stunde in Kathmandu angekommen als ich ihm schreibe. Es vergeht keine weitere Stunde bis wir uns auf ein Bierchen mit Babbs und Sinai (zwei Mädls aus Norwegen die wir von Pokhara aus dem Cherry Garden kennen) treffen. Nach einer Stunde Kartenspielen ist es dann soweit und wir befinden uns mitten im Thema des großen Sprungs. Nach einer weiteren halben Stunde haben wir auch die Mädels zu einem Sprung überredet und nochmal eine halbe Stunde später finden wir uns kurz nach Ladenschluss im Büro der Last Resort Bungee Gesellschaft um uns über alles aufklären zu lassen und die Tickets direkt mitzunehmen. Morgen früh um 7:30 geht’s mit dem Bus bis kurz vor die tibetanische Grenze, es gibt was zu essen vom Buffet und dann wird nicht nur gesprungen sondern auch geschwungen! ☺ Nachdem das geschäftliche erledigt ist gönnen wir uns noch ein ausgelassenes Abendessen beim OR2K bevor wir uns auf den Weg ins Bett machen um Morgen auch sicher dabei zu sein wenn der Bus abfährt. Es ist nicht nur kalt, sondern obendrein auch noch verregnet, aber wir haben eh erst mal eine Fahrt von knapp 4 Stunden vor uns, noch genug Zeit um die Aufregung steigen zu lassen. Als wir an der Brücke ankommen, die den höchsten Canyon-Swing der Welt verspricht, und eine Gruppe gerade ihre Sprünge macht während die nächste schon darauf wartet dran zu kommen gönnen wir uns noch ein Bierchen vorm Essen und versuchen die Ruhe zu behalten. Richtig gemütlich hier, ist bestimmt zum Urlaub machen auch nicht verkehrt. Kurz nachdem wir fertig gegessen haben werden wir auch schon aufgerufen vor zur Brücke zu gehen und auf unseren Absprung zu warten....Wie das hier in Nepal so Tradition zu sein scheint, warten wir nicht nur 5 oder 10 Minuten, eine geschlagene halbe Stunde vergeht bis sich mal irgendwas rührt. Eine halbe Stunde in der man die Luft in scheiben schneiden könnte. Als wir dann endlich auf die Brücke dürfen, wird uns allen der Ablauf erklärt und mir wird mitgeteilt dass ich an zweiter Stelle springen werde. Jetzt gibt’s kein zurück mehr! Mein Kopf ist komisch leer als ich mir den Gurt anlegen lasse und der Helfer die Bandagen um meine Knöchel bindet. Nur ein komisches Gefühl in meiner Magengegend...Dann ist es soweit. Der Springer vor mir ist zurück von seinem Flug und ich bin an der Reihe. Unter dem Brückengeländer Rutsche ich vor auf eine kleine Plattform, gerade groß genug für 2 Personen mich und den Bungeemeister, der mich hinten am Gurt festhält, damit ich durch den Zug des Seils an meinem Füßen das Gleichgewicht nicht verliere. Im Pinguinmarsch watschle ich Zentimeter für Zentimeter weiter raus auf die Kante der Plattform, so lange bis meine Füße zur Hälfte in der Luft schweben, dann höre ich den Countdown. 3.....2....1.....Waaaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhh mit einem schwungvollen Absprung stürze ich mich in die Tiefe unter mir ohne wirklich zu realisieren was genau ich eigentlich gerade mache. Scheiß egal, es ist ein geile Gefühl! Absolut überwältigend und kaum in Worte zu fassen. Klar, im Vorhinein ist es nur ein Schritt in die Luft mit einem Sicherungsseil, aber wenn der Moment dann gekommen ist und man abspringen soll, wow alles und nichts zugleich im Kopf eine Stimme die Schreit „Tus nicht!“ und eine andere noch lauter „Jaaaaa Mann! Go for it!“. Heftig heftig heftig! Die nächsten 10 Minuten stehe ich wahrscheinlich noch unter Schock, kurz bevor Nacho dann springt und ich mit ihm mitfiebere. Als wir wieder festen Boden unter den Füßen haben, gibt’s erst mal n Beruhigungskippchen. Aber lange haben wir nicht Zeit um das gerade erlebte zu verarbeiten, da kommt schon jemand an und meint es geht gleich weiter mit dem Canyon-Swing. Um nicht nochmal das „gleiche“ zu erleben haben wir uns päärchenweise für den Tandemsprung angemeldet. Die beiden Mädels teilen sich ein Seil und ich teile das von mir mit der bärtigen Prinzessin aus Urugay. Jetzt wo wir schon mal aufgewärmt sind machen wir gleich den Anfang. Das Outfit ist bis auf die Fußmanschetten an denen das Bungeeseil vorhin befestigt wurde das gleiche. Das seil wird jetzt nur an der Vorderseite unseres Gurtes befestigt, so dass wir wie in einer Schaukel dahinschwingen können. ☺ Nach einem kurzen Interview und Sicherheitsanweisungen stehen wir zu zweit auf der Plattform, jeder hat eine Hand vorne am Seil und die andere über den Rücken des andern am Gurt des Nebenmannes festgeklammert, dann kommt wieder der Countdown....3.....2.....1 sofort stürzen wir uns in die Tiefe! Der freie Fall ist noch länger als wie bei dem Bungeesprung gerade eben. Aber was wirklich anders ist und das nicht nur im positiven, ist dass wir wirklich wie bei einer Schaukel schwingen, was angesichts dessen, dass der Gurt knapp um den Schritt sitzt bei uns beiden nicht gerade für Begeisterung sorgt. Mit Pippi in den Augen kommen wir oben auf der Brücke an und sind mehr als erleichtert als uns der Gurt und der damit verbundene Druck auf die empfindlichen Körperstellen von uns Männern abgenommen wird. Ein geiler Abschluss der zweieinhalb Monate Nepal. Jetzt sind die Mädls dran...ich mein sie haben sich ja gestern schon unschlüssig angehört, waren aber am Ende dann fest davon überzeugt springen zu wollen...Naja wie soll ich sagen, nachdem 3 Minuten vergangen sind stehen sie immer noch mit den Händen um das Geländer gewunden in Rückenlage auf der Plattform und schauen sich an wie weit es da so runter geht. Nach 5 Minuten sind sie auf halben Weg nach vorne, nach 7 Minuten machen wir die ersten Wetten ob und wann sie denn springen werden und dann nach 10 Minuten hört man nur noch Kreischen als die beiden nach unten saußen. Ihre Mienen als sie wieder auf die Brücke gezogen werden sind von einer Mischung aus Schock und Erleichterung geprägt. Wer aber wirklich erleichtert ist, dürfte wohl meine Schwester sein, sie hat das ganze Spektakel die ganzen 10 Minuten über von der Aussichtsplattform aus mit dem Handy gefilmt ohne nur einmal wegzudrehen. Da wir die letzten Springer des Tages waren und es mittlerweile auch 17:00 Uhr ist haben wir nicht wirklich Zeit uns noch ein Bier zu genehmigen, aber um uns eins mitzunehmen, das geht immer! Die Rückfahrt im Bus ist entspannter und geselliger als die Anreise, in der Zwischenzeit hatten wir ja genug freie Minuten um die anderen Mitfahrer kennen zu lernen. Ich bin froh dass wir den Sprung heute schon gemacht haben und nicht wie eigentlich geplant morgen vor dem Abflug, da es ja hieß wir wären um 18:00 wieder zurück und wir dann noch genug Zeit gehabt hätten bis zum Flughafen zu kommen. Zurück in der Stadt feiern wir unseren Sprung noch in einer kleinen Bar in der es zum Glück auch noch was zum essen gibt. Ramona ist schon vor ins Hotel und bei uns wird’s auch nicht mehr all zu lange bevor wir uns verabschieden. Der letzte Tag beginnt erst mal damit dass wir uns nochmal richtig schön ausschlafen und ausgiebig duschen bevor wir aus dem Hotel auschecken aber unsere Sachen noch da lassen. Gegen Mittag nach dem Frühstück kümmern wir uns darum, dass die Geschenke und alles was ich beschließe nicht mehr zu brauchen nach Hause geschickt wird. Ich habe vor zwei Tagen bei der allabendlichen Runde im Secret Garden jemanden kennen gelernt, der mir einen Holzschnitzer empfohlen hat um mir eine Grundausstattung an Werkzeug zu besorgen um mein Vorhaben von den selbstgeschnitzten Schachfiguren endlich mal anzufangen. Geschlagene zwei Stunden verbringe ich mit dem Jungen Mann, danach habe ich aber nicht nur das Werkzeug sondern obendrein auch das Wissen wie ich sie schleifen kann. Jetzt bleibt eh schon nicht mehr viel Zeit, schnell noch das Gepäck aus dem Hotel abgeholt und dann machen wir uns auf den Weg zu den anderen um einen letzten gemeinsamen Kaffee zu trinken. Keine Ahnung wann wir uns wieder sehen werden, aber man sieht sich ja bekanntlich immer zweimal im Leben und meine große Reise durch Südamerika steht ja auch noch auf dem Plan. ☺Ohne viel Getöse und Tam Tam holen wir uns ein Taxi und lassen uns zum Flughafen bringen um dort noch in aller Ruhe einen Milchtee in getrauter Zweisamkeit zu trinken, das Kapitel aufregendes Abenteuer Nepal fürs erste zu schließen und eine neue Seite mit „Neuseeland“ beschriften.

10.5.17 05:45

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