Pokhara die 2.

6.03. – 10.03. Mittlerweile bin ich schon ganz gut an die nepalesischen Straßenverhältnisse gewohnt und auch meine Schwester scheint langsam aber sicher mit den etwas anderen Umständen zurecht zu kommen. Nach 7 Stunden fahrt erreichen wir um kurz vor 2 unser Ziel. Zum Glück hatte ich schon genug Zeit hier um die besten Orte für ein angenehmes Leben in Pokhara zu erkunden also übernehme ich kurzerhand die Rolle des Touristenführers. Wir nehmen uns ein Taxi um die 3 km die zwischen uns und dem Cherry Garden liegen so schnell wie möglich hinter uns zu bringen und als ich meinen Fuß durch das Eisentor den in den liebevoll angelegten Garten überkommt mich ein Gefühl von Wohlbefinden. Fast wie zu hause ankommen. Von den anderen die ich vor eineinhalb Wochen hier verabschiedet habe ist keiner mehr da. Am Nachmittag als ich gerade in meinem Lieblingscafé einen doppelten Cappuccino zu meiner Zigarette genieße kommt dann doch noch ein bekanntest Gesicht durch die Türe und begrüßt mich mit einer herzlichen Umarmung. Es ist Irene, wir haben uns vor zwei Wochen nur kurz für einen Abend im Kino und danach noch auf ein Bierchen auf der Dachterrasse kennen gelernt. Sie ist für mindestens einen Monat hier in Pokhara und arbeitet als Helferin und Lieblingstante der Kinder in einem Waisenhaus. Sie erzählt mir viele tolle und vor allem lustige Geschichten über die Kinder und den Spaß den man mit ihnen haben kann, was sie zum Teil schon alles durchgemacht haben, was wir vielleicht von ihnen lernen können und läd mich kurzerhand ein mir das ganze doch mal selbst anzuschauen. (Was wir die kommenden Tage auch machen werden.) Später am Abend treffen wir uns dann noch auf ein Bierchen in einer Bar und am Lagerfeuer mache ich dann Bekanntschaft mit Deena, sie ist sozusagen die gute Seele des Waisenhauses und ist seit zwei Jahren ständig mit den Kids unterwegs. Wahnsinn wie sie ihr Leben für die kleinen lebt, aber als wir dann im Waisenhaus sind und die Kids und ihre Energie, das ansteckende Lachen und die gute Laune die sie einem einfach so mitgeben selbst erfahren, möchte ich am liebsten noch für ein paar Tage hier bleiben. Es dauert nicht lange und ein weiters bekanntes Gesicht ist checkt nach seinem Trek wieder im hostel ein, Nacho aka Prinzess aus Urugay einer der beiden Jungs mit denen ich die letzte Woche in Pokhara verbracht habe bevor ich meine Schwester in Kathmandu abgeholt habe. Eigentlich wollten wir nur 2-3 Tage in Pokhara bleiben bevor wir uns auf die Wanderung machen wollten, aber es kommt ja immer anders als geplant. Die nächsten Tage verlaufen mehr oder weniger mit einer Routine. Wir treffen uns mit den anderen aus unserem Hostel zum Frühstücken, nutzen die Nachmittage zum Skypen, der Planung des Trekks und andere Büroarbeit die am Laptop innerhalb der letzten 5 Monate angefallen ist. Abends geht’s entweder ins Kino, zum Besuchen der Kids im Waisenhaus und nach dem Essen schaffen wir es immer noch auf „ein Bierchen“ am Lagerfeuer zu hocken Musik zu machen mal lustige, mal tiefsinnige Gespräche zu führen und das Leben so lange zu genießen, bis die Sonne anfängt die Schwärze der Nacht in ein leichteres Graublau zu färben und uns somit den entscheidenden Schubser in Richtung Bett verpasst.Verrückt, schon das letzte mal als ich in Pokhara war bin ich irgendwie einfach nicht hier weg gekommen, es ist schön wenn man sich einen mehr oder weniger routinierten Tagesablauf legen kann. Man kennt seine Plätze und weis wo man was bekommt, trifft alte Bekannte wieder und kann neuen Freunden dabei helfen sich in der Stadt recht zu finden. Aber irgendwann muss es ja weiter geh’n. Und so geht’s auch für uns am Tag nach Irenes Abreise (die kurzfristig zurück nach Spanien geflogen ist wo ihre Großmutter im Krankenhaus liegt) auf die große Abenteuerreise. Den Großteil unseres Gepäcks lassen wir im Cherry Garden, unsere Permit für den Trek haben wir uns am selben Tag organisiert an dem wir uns auch die Wanderkarte geholt haben. Nachdem ich von einigen Leuten gehört habe, dass es einen Trek gibt der seit 2 Jahren für den Tourismus ausgebaut wurde und noch relativ unbegangen ist und den jeder nur empfehlen kann, haben wir uns für den Mardi Himal entschieden. Es gibt 2 Basecamps die man anlaufen kann, das westliche und das südliche. Nach einem kurzen Blick auf die Karte entscheiden wir uns für das Südliche. Hier führen 2 Wege hin die ein bisschen wie ein in die Länge gezogenes „O“ vom Startpunkt aus in die Berge führen und immer wieder mal durch andere Wanderwege miteinander verbunden sind. Da es die letzten Tage auch immer geregnet hat hoffen wir einfach mal dass das Wetter morgen wieder besser wird und wir einen schöne Wanderung genießen könne.

15.4.17 08:21, kommentieren

Auf nach Chitwan

04.03.-05.03.Um 5:00 Uhr morgens scheppert der Wecker und läutet uns beide unsanft aus dem Schlaf. In weiser Voraussicht haben wir unsere Backpacks zum Glück schon gestern Abend gepackt, also nur kurz Zähne putzen und alles was noch rumliegt im Rucksack verstauen bevor wir uns in der Morgendämmerung durch die Gassen der erwachenden Großstadt den Weg zum Bus erfragen. Abfahrt um 6:00 Uhr, wir haben noch genug Zeit für ein kleines Frühstück mit Milchtee, Kasstangerl und der guten Salamikollektion aus der Heimat. Die Busfahrt ist erwartet bescheiden. Zwar finden gerade Straßenarbeiten auf der Strecke statt auf der wir in den Süden fahren, was hier aber nicht wie bei uns heißt, dass es eine andere Fahrbahn gibt, sondern dass die Löcher die eh schon in der Straße sind nur noch größer sind um sie danach besser zuschütten zu können. Ich denke auch meiner Schwester wird jetzt klar warum man die Busfahrten hier in Nepal gerne mit einem Kamelritt vergleicht. Mit einer leichten Verspätung von gerade mal 3 Stunden kommen wir um 15:00 Uhr im Gebiet des Nationalparks an. Nachdem wir uns ein Zimmer organisiert haben geht’s zum Kaffeetrinken und Skypen, mitten im Telefonat werden wir nur einmal kurz von einem Stromausfall unterbrochen, ansonsten lässt es sich hier in angenehmer Atmosphäre mit großem gepflegten Garten richtig gut aushalten. Nachdem uns jeder gesagt hat, dass wir ohne einem Guide auf eigene Faust nicht in den Park kommen, entschließen wir uns, es morgen Früh doch erst einmal zu versuchen ohne eines der typischen Touristenangeboten zu buchen. Gesagt getan und sogleich auch als nicht passend empfunden. Ich glaube ich hätte weniger ein Problem damit wenn ich alleine wäre oder mit meinem besten Kumpel auf Entdeckungstour gehen würde. Aber bei der kleinen Entdeckungstour die ich mit meiner Schwester nach dem Frühstück gemacht habe und wir Krokodile aus der Ferne beobachtet haben wie sie sich in der Sonne wälzen kommt doch ein flaues Gefühl in der Magengegend auf. Es ist ja noch früh und somit noch genug Zeit für uns. Wir machen ein Schnäppchen für eine Jeep Safari am Nachmittag. Beim Treffpunkt angekommen warten ungefähr noch 50 andere Touristen mit uns darauf die wilden Tiere aus der „Nähe“ betrachten zu können. Aber das erste Abenteuer wartet schon auf uns noch bevor wir überhaupt ein Auto sehen können. Wir werden mit einem wackeligen Kajak über den 20 Meter breiten Fluss chauffiert...Die richtige Balance ist eben alles. Bei der eigentlichen Safari fahren wir dann knapp 20 km in das Parkinnere, vorbei an Militärstützpunkten und Parkwächtern bekommen wir außer vielen Vögeln und dem Hinterteil eines Bären nicht viel zu sehen. Wenigstens ist die Landschaft hier schöner und weniger verstaubt als anderswo. Nach einer kurzen Pause in einem Auffanglager für Krokodile, bei dem man natürlich extra zahlen muss wenn man sich die Biester aus der Nähe anschauen will, machen wir uns auf den Rückweg. Die Sonne neigt sich langsam dem Horizont und die Tiere lassen jetzt auch etwas mehr von sich sehen. Ein Rhinozeros, einen ausgewachsenen Grizzly, ein paar Wasserbüffel und eine Horde Hirsche machen diesen Ausflug letzten Endes doch noch zu etwas besonderen und so können wir nach dem Abendessen ohne schlechtem Gewissen das Busticket für die weiterfahrt nach Pokhara für den nächsten Morgen buchen.

15.4.17 08:20, kommentieren

Happy Birthday

02.03.-03.03.Ich bin schon früher wach und lasse die Prinzessin noch ein bisschen Schlafen. Das erste was ich heute mache ist meinen Laptop an zu schmeißen um mir alte Fotos anzuschauen. Komm mir irgendwie langsam vor, also nicht der Laptop sondern ich. Nach 5 Monaten an denen ich nur mit meinem Tablett Kontakt zur Außenwelt hatte muss ich erst mal wieder warm werden. Wie dem auch sei. Ich trinke erst mal einen guten Morgen Kaffee mit Fynn unserem Frühaufsteher und schaue um 11 dann mal nach ob Dornröschen schon aus ihrem Schlaf erwacht ist. Sie ist gerade aus der Dusche und macht sich bereit um die Stadt zu erkunden. Wir gehen ziellos durch die engen Gassen des Touristenbezirks, bis wir auf einen alten Bekannten treffen, mit dem ich schon bei meiner ersten Kathmandubesichtigung einen kleinen plausch hatte. Ein Schmuckhändler der eine Zeit lang in Deutschland war und nach dem was er erzählt Geschäfte auf der ganzen Welt unternimmt. Da ich schon länger mit dem Gedanken spiele mir eine Kette aus einem Amethyst machen zu lassen, nutze ich die Gelegenheit und gebe bei ihm eine in Auftrag. Irgendwie ein sympathischer Mann, zumindest so lange bis er uns ein Geschäft anbietet. Wir fliegen ja auch nach Neuseeland, zur selben Zeit wie er und jetzt wird’s skurril, er meint wir könnten ihm ein paar Edelsteine mit nach Neuseeland nehmen und würden dafür eine saftige Gage bekommen. Irgendwas von 3000 neuseeländischen Dollar. Da das mit der Kette eh noch bis morgen dauert sagen wir ihm dass wir uns das ganze erst mal überlegen müssen...Den weitern Nachmittag verbringen wir hauptsächlich damit die Gegend zu erkunden, Kaffee zu trinken und die 4 Wochen die uns noch in Nepal zu bleiben ein bisschen zu planen. Dazu buchen wir heute noch einen Flug nach Neuseeland und stellen dann einen kleinen Zeitplan auf. (Was sonst noch so passiert ist weis ich ehrlich gesagt nimmer, ist schon zu lang her... ☺Am Abend als ich gerade im Bett liege und die momentan gute Internetverbindung ausnutze um mir eine Doku anzuschauen springt mich meine Schwester aus heiterem Himmel an und wünscht mir alles Gute! Das ist auch das letzte an das ich mich erinnern kann bevor mir die Augen zufallen. Guten Morgen Geburtstagskind! Erst mal in die Lederhos'n nei gsprunga und dann Geschenke! Der Tag beginnt ausgezeichnet. Ich habe gestern noch mit Dipu dem Hostelbesitzter geredet und konnte einen Kühlschrank für das bayrische Bier organisieren. Heute gibt’s erst mal ein Frühstück für Champions. Während ich die Glückwünsche aus der Heimat durchlese und belustigt auf Hermann Hesses „Siddharta“ blicke das ich von Bella bekommen habe (gestern Abend hab ich mit Fynn noch darüber gesprochen dass ich das unbedingt noch lesen muss), genießen wir in einer kleinen runde die ersten zwei Flaschen richtigen Bieres seit Monaten. Umgeben von 5 anderen deutschen komme ich mir fast schon vor wie in der Heimat. Nach dem Frühstück holen wir uns die Kette ab die ich mir anfertigen hab lassen. Wir haben gestern noch darüber diskutiert ob wir das mit den Steinchen machen sollen oder nicht. Aber irgendwie war uns die ganze Sache dann doch zu heikel. Da verdienen wir uns das Geld lieber auf die ehrliche Art und weise, dann gibt es sich auch schöner aus. Nachdem wir in einem kleinen gemütlichen aber versteckten Café mit Mum und Dad geskyped haben machen wir uns noch auf die Suche nach einem originalen Mountainausrüstungsgeschäft. Hier gibt es zwar tausende von Outdoorläden, aber nur 3 davon haben wirklich originale Sachen. Wir brauchen ja eigentlich nur eine Trinkflasche, aber bevor wir uns irgendeine billige kaufen, die entweder aus Plastik ist oder bei der das Eisen abgeht und sich dann schön mit dem Wasser vermischt das wir trinken entscheiden wir uns dann doch für das Topmodel einer Thermoflasche, schön schwer und groß genug um über einen Liter rein zu schütten. Am Abend geht’s mit Fynn zum OR2K einer Essenskette die es hier und in Pokhara gibt. Eher ein touristisches Restaurant, aber das Essen hier ist einfach der absolute Wahnsinn! Große Portionen, alles Vegetarisch und die Gerichte aus aller Welt lassen sich in einer angenehmen Atmosphäre und perfekt zubereitet gleich doppelt gut genießen. Heute ist zwar mein Geburtstag aber so wirklich in Feierlaune bin ich auch nicht. Vor allem weil wir unser Busticket für Chitwan (Abfahrt morgen Früh um 6:00 Uhr) schon gebucht haben werden wir heute Abend nicht mehr alt. Ich beantworte noch ein paar der gefühlt 1000 Geburtstagsglückwünschen und klappe den Laptop zu bevor ich mich gegen Mitternacht ins Bett lege.

15.4.17 08:19, kommentieren

Hallo Schwesterherz

28.02.-01.03.Um 5:30 Uhr Morgens erreiche ich nach einer aufregenden Fahrt mit dem Nachtbus von Pokhara nach Kathmandu unseren Bestimmungsort. Unterhalten wurde ich während der Fahrt (netterweise auch in voller Lautstärke) durch das nepalesische Fernsehprogramm, das mich stark an einen billigen Abklatsch von GZSZ erinnert. Da ich auf solchen Übernachtfahrten eh nie viel schlaf erwische frage ich mich schlafdamisch durch den für diese Uhrzeit doch schon ziemlich belebten Busbahnhof wo ich denn einsteigen muss wenn ich im Touristenviertel von Kathmandu ankommen will. Kurz darauf sitze ich in der ersten Reihe eines kunterbunt bemalten Linienbusses. Übernächtig von dem wenig Schlaf den ich in dem Nachtbus erwischen konnte fallen mir immer wieder die Augen zu. Eigentlich sollte es nicht lange dauern bis wir in Thamel ankommen. Sind ja nur 3 km. Als ich nach einem weitern kurzen Powernap wieder aufwache sind wir an der Endstation angelangt. Einem Vorort Kathmandus circa 10 km von meinem eigentlichen Ziel entfernt. Macht ja nix, hab ja Zeit. ☺ Nachdem ich mein Gepäck aus dem Kofferraum geholt habe erkundige ich mich wies denn jetzt wieder zurück in die Stadt geht. Glücklich wie ich bin soll in 10 Minuten ein Bus abgehen. Gerade als ich mir einen Milchtee bestellt habe um die Wartezeit zu überbrücken kommt der junge Mann der mir die Info gegeben hat ziemlich hektisch und aufgewühlt zu mir und erklärt hastig, dass der Bus JETZT los fährt. Also Zeitgefühl haben die hier echt keines aber so wies aussieht sitze ich diesmal wirklich im richtigen Bus. Um kurz vor 7 genehmige mir eine Zigarette zu meinem Milchtee den ich mir gerade am Straßenimbiss geholt habe. Schön langsam werde ich auch wieder wach. Eine knappe Stunde später öffne ich die kleine Stahltüre die in das Secret Garden Hostel führt und buche ein Doppelzimmer für 3 Nächte. Neben vielen neuen Gesichtern hier im Hostel finden sich auch ein paar alte Bekannte wieder. Fynn ist von seinem Everest Treck zurück, Will und Joe sind auf dem Weg zu einem Bauernhof auf dem Joe einen Permaculturkurs machen will und Alan ist kurz vor seiner weiterreise nach Indien nochmal hier gelandet. Lustig wie sich alle wieder hier treffen. Für Unterhaltung ist also gesorgt und so kommt es dass der restliche Tag wie im Flug vergeht. Abends gehen wir essen in der Namaste Foodcorner, einem der besten Straßenimbissen hier (und auch nicht weit weg vom Hostel) und gönnen uns in gemütlicher Runde wie das letzte mal auch als wir hier waren noch ein kühles Blondes unter dem Staubbedeckten Sternenhimmel der Hauptstadt bevor wir uns in die Horizontale begeben. Heute ist der wieder einer dieser Tage, nach eineinhalb Monaten alleine in Nepal landet heute Nachmittag ein Flieger in Nepal der einen ganz besonderen Passagier an Bord hat. Meine Schwester. Da ich mich dazu entschieden habe nochmal das lokale Busnetz nochmal auszuprobieren, mache ich mich zeitnah nach dem Frühstück auf den Weg. Es kann ja hier immer alles ein bisschen länger dauern. Ich frage einen jungen Nepalesen von wo der Bus abfährt der mich zum Flughafen bringt und werde prompt von ihm begleitet bis ich in einen Toyota Hijac gesteckt werde in dem bereits 15 Leute hocken. Hier läuft eben alles ein bisschen anders. In der Regel sieht es so aus. Es gibt einen Busfahrer und einen „Schaffner“ der Schaffner steht meist an der offenen Tür des Busses, in seiner Hand ein Bündel Geldscheine. Wenn er nicht gerade dabei ist dieses Bündel zu ordnen, brüllt er lautstark die Zielort der Fahrt aus dem Fenster. So kennt sich jeder aus und alle wissen bescheid was ab geht. Und ja das ganze wird auch noch zelebriert wenn im Bus eigentlich schon lange kein Platz mehr frei ist! In so einem gerade eben beschrieben Fall habe ich mal kurz nachgezählt und komme auf 25 Leute die sich in einem kleinen Van mit 11 Sitzplätzen um die besten Plätze streiten. Ich muss noch einmal Umsteigen und komme dann eine gute halbe Stunde vor der Landung am Flughafen an. Die Wartezeit ist mit meiner Lieblingsbeschäftigung gleich über die Runden gebracht und schon kurz darauf begrüße ich meine Schwester die mit zwei ziemlich großen Rucksäcken aus dem Check-out marschiert. Ich lasse sie erst mal ankommen und wir holen uns noch einen Milchtee an einem der Imbissbuden außerhalb des Flughafengeländes bevor wir mit dem Taxi zum Hostel fahren um die beiden Rucksäcke abzulegen und ich die junge Dame dann zum besten Streetfood der Stadt ausführen kann. Nach dem Abendessen beginnt das große Auspacken. Es ist fast wie Weihnachten als wir ihre Rucksäcke ausleeren. Sie hat mir einige Sachen aus der Heimat mitgenommen...Laptop, Lautsprecher, Klettergurt und Magnesiumbeutel 3 volle Flaschen Bier, eine kaputte Flasche Bier, eine Salamiauswahl und natürlich auch mein bestes Stück! Was währe ein Bayer ohne seine Lederhose?! Ich kann’s kaum erwarten und hüpfe gleich mal rein. Fühlt sich noch besser an als ich sie in Erinnerung habe! Nachdem wir die Sachen ausgepackt haben kümmern wir uns noch um die Biergetränkten Klamotten und die Scherben im Rucksack und holen uns noch ein nepalesisches Bier bevor wir uns mit den anderen auf der Dachterrasse treffen um ihre Ankunft zu feiern. ☺

15.4.17 08:18, kommentieren

Pokhara die 1.

17.02.-27.02.Gut erholt, bestens gelaunt und mit dem festen Entschluss die nächsten zwei Wochen bis meine Schwester nach Nepal kommt keinen Finger krumm zu machen bin ich bestens darauf vorbereitet was mich die kommenden Tage erwartet. Nach der gut ausgenutzten Unlust der letzten Zeit etwas mit anderen Backpackern zu unternehmen, bin ich wieder frisch und munter als Simon (mit dem ich mir am ersten Tag ein Zimmer im Cherry Garden geteilt habe) wieder von seinem kurzen Treckingausflug zurück kommt. Alles was wir bei unserer ersten Begegnung an Höflichkeiten ausgelassen haben holen wir jetzt nach. Mit uns sind noch zwei andere Backpacker „Dauergäste“ hier im Hostel. Nacho aka Prinzess aus Urugay und Gisine aus Deutschland. Ich glaube dass keiner von uns mehr wirklich sagen kann wie genau wir zusammen gekommen sind, wichtig ist im Endeffekt ja auch nur dass wir eine gute Zeit zusammen hatten. Wir sitzen nicht 24/7 aufeinander, das würde wahrscheinlich nicht nur mir zu viel werden. An einem schönen sonnigen Nachmittag leihen wir uns ein Boot um damit in Piratenmanier den See und seine schönen Strände und Anlegestellen zu erkunden...nur ein Scherz, ich weiß nicht ob es hier in Nepal wirklich einen schönen Fluss oder See gibt, dessen Wasser und Ufer nicht vom Müll der angrenzenden Dörfer und Ortschaften verdreckt wird. Wir sind zum Glück alles genügsame Gemüter die sich auch mit den kleinen Dingen zufrieden geben und so genügt es uns Jungs bei guter Musik mit guter Verpflegung auf dem See herumzutreiben und Gisine mit ihrer Sonnenallergie strahlt ebenfalls über beide Backen weil wir uns ihr zur liebe für ein Boot mit Sonnendach entschieden haben. Hach so lässt sichs aushalten, mitten auf dem ruhigen See, umgeben von einer Kulisse aus Bergketten, ein kühles Bier in der Hand und die Hektik der Stadt weit entfernt. Vielleicht sogar etwas zu weit entfernt, wir haben uns über den Nachmittag bis auf die andere Seite des Sees treiben lassen, was mit dem Wind der über den See fegt und eine gemütliche Briese übers Gesicht fahren lässt in Verbindung mit dem Sonnendach das den Wind wie ein Segel auffängt eine eher ungünstige Ausgangsposition ist um das Boot bei Zeiten zurück zu bringen. Wir versuchen es erst einmal damit im Schichtmodus zu rudern und sind nach 20 Minuten geschätzte 10 Meter voran gekommen. Nach kurzer Lagebesprechung ist der Plan eigentlich ganz einfach, mitten auf dem Gewässer haben wir keine Chance gegen Mutter Natur, aber am Ufer sind wir durch die Bäume und die Berge etwas Windgeschützter und schaffen es dann gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang wieder zurück aufs Festland. Abends Gehen wir ganz gerne mal ins Freiluftkino. Hier läuft jeden Tag ein anderer Klassiker und wer will kann sich passend zum Filmbeginn eine Pizza liefern lassen. An einem dieser Kinoabende lernen wir Irene aus Spanien kennen, sie ist vor zwei Wochen in Pokhara angekommen und bleibt mindestens noch zwei Wochen mehr um in einem Waisenhaus in der Stadt zu helfen. Nach dem Kino holen wir uns auf dem Heimweg noch etwas flüssige Verstärkung und machen es uns dann auf den Hängematten auf dem Dach unseres Hostels mit Blick über Pokharas „Skyline“ gemütlich. So vergehen die nächsten Tage wie im Flug. Als die Mädels sich dann dazu entscheiden zum Annapurna aufzubrechen, bleiben wir Jungs unter uns zurück. Man kann das ganze jetzt sehen wie man will, der eine würde sagen, wir waren die wohl drei unproduktivsten Schlafmützen die die Welt je gesehen hat. Ich würde sagen, dass es einfach ist immer auf Achse zu sein und sich selbst Druck zu machen um in Bewegung zu bleiben. Wir waren Künstler der Langsamkeit und Gelassenheit alle drei geschafft von den letzten Monaten der Reise und einfach Froh darüber ein paar Gleichgesinnte gefunden zu haben mit denen es sich gut aushalten lässt. Und ganz unsportlich waren wir auch nicht, Nachmittag sind wir gerne mal auf einen Spaziergang raus um für den Treck zu trainieren und gegen die High-Altitude-Sickness vorbereitet zu sein. Am 24.2. jedoch war Shivarati ein heiliger Tag hier in Nepal. Wir schaffen es an diesem Tag bis zu unserem Frühstücksplatz, von da aus geht’s nach einem Spaß- und Spielenachmittag direkt weiter zum Abendessen. Shiva war stolz auf uns! ☺Die letzten Tage bevor ich zurück nach Kathmandu reise werde ich wieder etwas produktiver und finde nach einem Skypegespräch mit meinem Besten daheim heraus, dass mein Personalausweis mittlerweile als gestohlen gemeldet wurde und wie das Amtsgericht Traunstein in ihrem Brief so schön verlauten lässt die Fahndung nach dem Täter eingestellt wurde. Nur mit meinem Führerschein habe ich noch ein bisschen Probleme. In Rosenheim wurde noch kein Verlust gemeldet, aber diese Sorge schiebe ich jetzt erst mal gelassen von mir weg. Hier in Nepal ist es fast unmöglich einen neuen Führerschein zu bekommen, am besten wird’s wohl sein wenn ich mich in Neuseeland darum kümmere. Da ist zumindest schon mal Personal das wenn nicht Deutsch, zumindest ein flüssiges und verständliches Englisch sprechen kann. Einen weiteren Vorteil hat diese Schiebung ebenfalls noch, dadurch dass ich jetzt nichts unbedingt notwendiges mehr in Kathmandu erledigen muss, kann ich noch etwas länger in dieser schönen Stadt bleiben in der ich mittlerweile schon fast ein bisschen heimisch geworden bin. Vor allem Abends wenn die Straßenlaternen und die Lichter der Shops den Gesteig beleuchten und sich überall kleine Grüppchen zusammen finden, das ganze Leben etwas ruhiger wird und der Dreck von den Straßen gefegt wird ist Pokhara atemberaubend schön! Um alles so lange wie möglich auskosten zu können, beschließe ich den Nachtbus nach Kathmandu zu nehmen, bei den Straßen hier würde die Fahrt unterm Tag nur noch weniger Spaß machen. ;P

15.4.17 08:17, kommentieren