Rundtour auf der Nordinsel

10.04.-16.04.Es is ja jetz scho a Zeitl her seit dem letzten Eintrag und in da Zwischenzeit is a haufa passiert. Am besten werds wohl sei wenn ich erst moi da anfang wo da alte Eintrag aufhört...bei der Flucht aus Auckland. Wir ham uns also des Auto gekauft und uns dann logischerweise erst mal irgendwo an Parkplatz gesucht bevor wir drauf gekommen sind dass direkt neben unserm Hostel auch einer ist. Also Auto nochmal umparken und einfach den Parkzettel (die schaun eh alle gleich aus) drin lassen den wir eh schon gezahlt haben. An unserm letzten Abend gings dann noch mit Hannah und Alex mit denen wir uns ein Zimmer geteilt haben und die zufälligerweise auch ein Geschwisterpaar sind auf ein zwei Bier in die angesagteste Backpackerbar in ganz Auckland „Habanna Joe“. Was soll ich sagen, as Bier war zumindest billiger als sonst irgendwo, aber dafür hatt mans in dem schuppen nüchtern auch nicht ausgehalten. Die Musik vogelwild gemischt, von Elton John über Judas Priest zu Celine Dion (genau in der Reienfolge!) war alles dabei. Was ist verkehrt hier, sind die Neuseeländer wirklich so drauf aus es allen recht zumachen dass se noch nicht mal in der Lage sind eine Musikrichtung den ganzen Abend zu spielen? Naja für 3 Bierchen wars ne ganz nette Unterhaltung, aber dann gings auch wieder Richtung Heimat. Am nächsten Morgen war Ramona vor mir wach und ist gleich mal runter zum Parkplatz um n neues Ticket ins Auto zu legen, es war wsl so um 7:00 und wie solls auch anders sein war natürlich schon a schönes weißes Blatt Papier in unsere Scheibenwischer eingeklemmt. Darauf stand neben der Uhrzeit 5:30 MORGENS und der Nummer des netten Beamten der uns den Liebesbrief geschrieben hat auch eine Aufforderung den kleinen Unkostenbeitrag von 65,-$ an die Stadt zu zahlen. Aber da wir sowieso abhauen und das Auto gerade erst gekauft haben sparen wir uns die Kohle lieber und verlassen die Stadt so schnell wies geht. Wir sind schon eine ziemliche Weile unterwegs hatten Zeit uns die Landschaft anzuschauen und hier und da mal einen Kaffee zu genießen und fahren gerade an der Küstenstraße gen Norden, als plötzlich aus dem nichts diese Baustelle auftaucht. Wir hätten noch 20 Kilometer bis zu unserem eigentlichen Zielort und müssten jetzt eine gute Tour von 5 weitern Stunden Umweg nehmen...Wir entscheiden uns dann doch lieber dafür einen Alternativplan auszuarbeiten und eine komplett andere Strecke zu nehmen. Eigentlich plane ich mal wieder ziemlich wenig und überlasse die Routenplanung meiner Schwester. Ich bin immer noch ziemlich durch was as reisen und sightseeing angeht und während ich die letzten Tage damit verbracht hab mich nach nem Job umzusehn und die notwendigen bürokratischen Schritte einzuleiten um meine Führerscheine zu beantragen hatte Ramona viel Zeit sich durch den Neuseeland Reiseführer durchzuwälzen. Der grobe Plan schaut in etwa so aus dass wir uns noch eine Woche lang auf der Nordinsel umschaun und langsam aber sicher nach Wellington in den Süden fahren, von wo aus wir die Fähre auf die Südinsel nehmen. Was soll ich sagen, für meinen Teil laufen die nächsten Tage und Wochen meist ziemlich geregelt im selben Rhythmus ab, morgens erst mal nen Kaffee und dann wenn wir uns nicht gerade dazu entschieden haben etwas länger an einem Ort zu bleiben cruisen wir abwechselnd durch die weiten Landschaften Neuseelands. Auf der Nordinsel finden wir einen Campingplatz, der gleichzeitig einen Spa mit im Angebot hat. Hier ist es so schön dass wir uns für zwei Nächte einnisten. Ein Ort der Ruhe, nicht weit ab vom Schuss, aber doch weit genug draußen um die Natur in ihrer vollen Schönheit zu genießen. Riesige Farne und Palmen zieren den Beckenrand des mit heißem Thermalwasser gefüllten Pools. Abends wenn die Luft abkühlt setzt sich ein bequemer Dampf über das nasse Vergnügen und morgens Kräht der Hahn zum Sonnenaufgang. Meine Schwester hat genug power um sich einen der Wanderwege anzuschauen und die Umgebung etwas genauer zu erkunden während ich entweder mein Buch lese oder mir mit einem der Unzähligen Filme auf meiner neuen Festplatte den Verstand verneble. So n kleiner Durchhänger darf auch mal drin sein. ☺ Wir erreichen Wellington gerade rechtzeitig zum Osterwochenende und um den „Jahrhundersturm“ in der Hauptstadt zu erleben. Ich würds mal eher als mittelstarke Windböen bezeichnen was da durch die Straßen fegt, aber wer bin ich schon zu entscheiden ob es n Sturm war oder doch nur der Flügelschlag eines Schmetterlings in den Bergen von Himalaya. Eigentlich wollten wir die Fähre gleich am nächsten Tag nehmen, aber die war leider schon ausgebucht, also bleiben wir noch ein Weilchen und schauen uns für ein bisschen Geschichtskunde im Heimatmuseum um. Ein gutes hat es dann doch noch dass wir nicht gleich weiter fahren konnten, am Morgen an dem wir Wellington dann schlussendlich verlassen bin ich stolzer Besitzer einer neuseeländischen Kreditkarte und muss jetzt nur noch drauf warten, dass mir meine Steuernummer zugeschickt wird bevor ich wirklich as Arbeiten und Geldverdienen anfangen kann. Und obendrein haben wir auch noch rausgefunden, dass es an Feiertagen in Neuseeland ziemlich schwierig ist an Alkohol ran zu kommen. Im Supermarkt wird er garnicht verkauft und im Restaurant kann man nur dann was zum trinken bestellen wenn man mindestens ein Hauptgericht dazu bestellt. Verrücktes Land.

3.7.17 23:40, kommentieren

Helloooo Kiwi

01.04.-09.04. Wir erreichen Auckland am frühen Nachmittag, die Sonne strahlt und die Leute sind super drauf. Noch als wir in Nepal waren haben wir uns um ein Hostel für die ersten Tage in Auckland gekümmert, nach 34 Stunden Flughafenaktion wollten wir nicht noch mehr Zeit und Energie aufbringen um uns eine Unterkunft zu suchen, also haben wir uns gleich für 3 Nächte eingebucht um dann einen weitern Plan zu machen. Nachdem wir geduscht sind und uns noch kurz ausgeruht haben, geht’s erst mal zum Supermarkt. Irgendwie überfällt mich die Lust auf ein Fläschchen Wein, aber als wir dann an der Kasse stehen, verlangt die Dame allen ernstes meinen Ausweis, den ich natürlich nicht dabei habe. Also lassen wir die Flasche erst mal an der Kasse stehen und packen die Nudeln, Tomaten, Zwiebeln usw. in unsere Taschen und laufen die 3 Minuten zurück zum Hostel. Nachdem ich meinen Reisepass gefunden habe, laufe ich zurück zu dem Supermarkt, wo die Flasche noch an der Kasse steht. Als ich der netten Kassiererin meine Pass zeige, fragt sie nach dem von meiner Schwester, da es ja möglich sein könnte, dass ich den Wein auch für sie kaufe und das Gesetz hier so gemacht ist, dass alle Personen, die in einer Gruppe sind einen Altersnachweis erbringen müssen wenn sich eine Person Alkohol oder Zigaretten kauft und da ich vor 10 Minuten noch mit meiner Schwester hier war hat sie Grund zur Annahme, dass ich den Wein nicht für mich alleine kaufe. Nach einer 5 Minütigen Grundsatzdiskussion und einem kurzen Gespräch mit ihrem Vorgesetzten zieht sie die Flasche begleitet von dem „Piep“ über die Kasse, ich drücke ihr eine 10 Dollar Note in die Hand, nehme mein Wechselgeld entgegen und verlasse zufrieden das Kaufhaus. Wenn ich so drüber nachdenke ist es eigentlich keine schlechte Idee dass sie hier alles etwas strenger Kontrollieren, es dauert halt vielleicht mal etwas länger bis der nächste Kunde an die Kasse kann aber dafür hat jeder Verständnis, es ist ja schließlich für einen „guten Zweck“. Den Sonntag verbringen wir hauptsächlich damit uns auszuruhen und ein bisschen was von der Stadt zu erkunden. Als Großstadt ist Auckland wirklich schön und mit fast ¼ der Neuseeländischen Bevölkerung die hier und im Einzugsgebiet wohnt wahrscheinlich auch die modernste Stadt auf den Inseln. Zwischen den Hochhäusern, Glasfassaden und Baustellen hört man immer wieder mal einen Straßenmusiker auf seine Gitarre einschlagen und neben den Touristen verläuft sich die Hektik der Bürohengste und Fitnessfreaks in einer geordneten Art und Weise wie ich sie das letzte halbe Jahr nicht mehr gesehen habe. Schön wieder in der westlichen Welt angekommen zu sein. ☺ Da mein Führerscheindilemma immer noch nicht gelöst ist, machen wir uns am Montag auf zum Konsulat. Dort wird mir erklärt, dass sie nichts für mich tun können wenn ich keinen Termin habe und ich mich selbst darum kümmern muss, die notwendigen Unterlagen zu besorgen. Die kommenden Tage werden zu richtigen Bürotagen. Jeden Tag verbringen wir mehrere Stunden im Sunflower Café direkt ums Eck, hier gibt’s nicht nur den besten Kaffee, sondern auch noch freies WLan. Genau der richtige Platz um mich darüber zu ärgern, dass ich von Sonnenhausen nach 3 Monaten immer noch kein Arbeitszeugnis habe (das ich brauche um mich für die Jobs an den Ski-Resorts zu bewerben). Vor allem weil ja bereits alles da ist, eine komplette englische Version, das einzige was noch gemacht werden muss ist das Ding auf ein Papier zu drucken wo der drecks Briefkopf von Sonnenhausen drauf ist und dann eine Unterschrift darunter setzten. Aber für die fast schon zu bemitleidenden Persönlichkeiten die sich darum kümmern sollten ist sogar das noch zu viel verlangt. Naja um das ganze etwas zu beschleunigen lassen wir das Thema mal außen vor. Wir bleiben noch bis Sonntag in Auckland. In der Zwischenzeit schaffe ich es zum Zahnarzt, irgendwie schaffe ich es dann auch meine Bewerbungen noch raus zu schicken ohne das Arbeitszeugnis von Sonnenhausen zu haben (vielen Dank hier an meine Mutti und Christl und Sepp aus da Wiesmui auf die ma sich wirklich verlassen kann wenn ma was braucht! ☺ und als ich am Freitag im Konsulat bin um meinen Antrag zu stellen, wird’s mir zwar schwer gemacht aber am Ende hab ich zumindest alle Unterlagen zusammen die ich brauche um einen neuen Führerschein zu beantragen. Nur blöd dass einem das Konsulat in „persönlichen“ Angelegenheiten nicht weiter hilft als notwendig, es war schon ein riesen Akt überhaupt ein Blatt Papier aus zu drucken, da kommt es für sie gar nicht in Frage mich im weiteren Verlauf meiner Führerscheinbeantragung zu unterstützen, als ich die 30 $ für die eidesstattliche Erklärung bezahlt habe und der Stempel des Konsulats mit einer Unterschrift auf ein Blatt Papier gesetzt wurde, war die Sache für die Dame erledigt. Aber hey! Ich hab zumindest alles was ich brauche. Muss das ganze nur noch mit der Post nach hause senden und abwarten. Ganz nebenbei lernen wir im Hostel (das wir alle 2 Tage wechseln) viele nette Leute kennen, gehen Abends mal für ein Bierchen in die Stadt und finden raus, dass es jeden Samstag einen Automarkt hier in Auckland gibt auf dem Backpacker ihre Vans an andere Backpacker verkaufen. Am Samstag Morgen machen wir uns also auf Shoppingtour um ein Auto zu kaufen. Die meisten der Autos hier werden von deutschen verkauft. Am Schluss stehen wir zwischen der Wahl von zwei ziemlich gleichen Toyota Estimas und entscheiden uns für den mit etwas weniger Ausstattung aber dem sympathischeren Pärchen als Verkäufer und freuen uns Abends darauf das Leben in der Großstadt morgen hinter uns lassen zu können um die ländlichen Seiten und die Natur Neuseelands zu erkunden.

2 Kommentare 24.5.17 09:58, kommentieren

Auf nach Neuseeland!

30.03.-1.04.2017Der erste Flieger bringt uns von Nepal nach Kuala Lumpur, wo ich ja die letzten male schon die Chance hatte den Airport zu erkunden. Wir haben einen Aufenthalt von knapp 5 Stunden und es fällt uns auch nicht schwer die Zeit sinnvoll zu nutzten bis unser Weiterflug nach Sydney geht. In dem 8 stündigen Flug unter der roten Flagge der Air Asia Unternehmensgruppe bekommen wir wie erwartet weder eine kleine Erfrischung noch einen kleinen Snack ohne dafür den Aufpreis zu bezahlen. Ich hatte mir aus den bisherigen Erfahrungen mit meiner zum leider unersetzbaren Feind (okay es wäre möglich mit einer anderen Gesellschaft zu fliegen, da würden die Tickets halt dann mehr als das doppelte kosten) gewordenen Airline ja schon fast sowas erwartet wollte aber die Hoffnung nicht aufgeben, dass es sich bei Langstreckenflügen vielleicht anders verhalten könnte. Keine Ahnung was das immer ist was mich in eine solche Lage bringt, aber zu unserem Glück haben die beiden Männer die neben uns hocken nicht nur eine Mahlzeit sondern gleich drei im vorhinein bestellt und sind nach der zweiten so voll dass sie uns mit Freude die dritte überlassen, sodass wir nicht mit einem Loch im Magen in Australien ankommen. Glück muss man haben und einfach mit den Leuten reden. Wir landen mit einer kleinen Verspätung in Sydney, was mir ganz recht ist...Wie ich ja bereits erwähnt habe haben wir uns in Nepal vergeblich um ein Transitvisum bemüht. Für meine Schwester war das kein Problem, sie hat sich für den Aufenthalt (länger als 8 Stunden) in Australien einfach für 10 € ein Touristenvisum im Internet beantragt, das Problem in meinem Fall ist, dass ich ja bereits mein Working-Holiday Visum habe und wenn ich mir ein anders Visum als das Transitvisum beantragt hätte, wäre das WH-Visum einfach überschrieben worden. Das zweite Problem ist, dass wenn ich jetzt in Australien Einreise und einen längeren Aufenthalt als 8 Stunden habe ich das Visum aktivieren werde, darum habe ich mir folgenden Plan ausgedacht. Als wir also in Australien ankommen und auf dem Weg zum Check-In schlendern, mache ich es mir auf einem der Stühle am Rand des Ganges gemütlich und schlage mein Buch auf während meine Schwester vor geht und unser Gepäck abholt. Ich werde einfach die nächsten 5 Stunden hier auf internationalem Boden bleiben und die Zeit absitzen bis ich ohne Probleme Einreisen kann ohne mein Visum aktivieren zu müssen. Nach eineinhalb Stunden und nachdem der ein oder andere Wachmann mich gefragt hat ob alles OK währe (ich muss ganz schön verloren ausgesehen haben) kam der Chef des Wachpersonals auf einem Flughafenbuggy vorbei gefahren und meinte ich könne leider nicht länger hier bleiben, da der Flughafen über Nacht geschlossen ist. Ich erklärte ihm meine Situation und zu meiner Überraschung war ich keine 10 Minuten später ohne große Umstände auf der anderen Seite des Schalters. Läuft bei mir! ☺ Jetzt muss ich nur noch meine Schwester finden, was sich auf diesem doch eher kleinen Flughafen als schwieriger erweist als ich es mir vorgestellt habe. Nach einer halben Stunde habe ich sie dann doch noch gefunden. Da der Flughafen über Nacht nicht offen ist (weil er in Mitten einem Wohngebiet gebaut ist) gibt es nur einen kleinen Bereich in dem sich hauptsächlich Backpacker vor ihrem Weiterflug die Nacht um die Ohren Schlagen können. Um 5 Uhr in der Früh nehmen die ersten Cafés den Betrieb wieder auf und wir gönnen uns ein Frühstück in sauberer und zivilisierter Umgebung. Als ich gerade beim Rauchen draußen stehe und der Flughafen langsam zum Leben erwacht, freue ich mich darüber, den kleinen Plauschs des Angestellten und alles andere was um mich rum passiert wirklich verfolgen zu können. Endlich bin ich wieder in einem Land in dem ich alles verstehe was um mich herum gesprochen wird. Als ich da so stehe und über die letzten zwei Monate in Asien nachdenke, in denen ich genau das immer mehr vermisst habe breitet sich ein Grinsen über beide Backen in meinem Gesicht. ☺Wir haben noch genug Zeit bis es weiter geht und machen uns ganz gemütlich auf den Weg zum Check in, danach gönnen wir uns noch ein Käffchen um frisch gestärkt den Endspurt nach Auckland anzutreten.

14.5.17 04:29, kommentieren

Good Bye Nepal

26.03.-30.03.Vollgepackt geht es nach einem ausgiebig langem Frühstück auf die große Wanderschaft zur 3 Kilometer entfernten Bushaltestelle. Heute hab ich mich gleich zweimal versichert dass ich nichts vergessen habe. Letztes mal hab ich meine Bartschere und ein paar andere kleine Dinge hier liegen lassen. Aber die Socken die ich as letzte mal hier irgendwo verloren hab, sind nicht mehr aufgetaucht. :D Die letzten Tage in Nepal, wie könnte man die auch besser verbringen als beim shoppen?! Wir haben uns schon vor etwas längerem darauf festgelegt, dass wir bevor wir nach Neuseeland weiter ziehen noch ein Päckchen mit Geschenken und Mitbringsel in die Heimat schicken. Gleich nachdem wir ankommen und was gegessen haben mach ich mich mit Tom auf in das Elektronikviertel der Stadt um mir eine externe Festplatte zu holen, damit ich mir ein paar seiner Filme mit auf die Reise nehmen kann. Danach noch einen neuen Akku fürs Handy und ich bin soweit ausgestattet dass ich ohne Probleme weitere 6 Monate unterwegs sein kann. Lustiger weise ist es wiedermal ein kleines Wiedersehen alter Bekannter im Secret Garden. Und wie es schon immer so war in den Gemäuern dieses gemütlichen Unterschlupfs werden auch diesmal die Nächte wieder länger als die Tage. Wir opfern zwei halbe Tage damit uns vergeblich um ein Transitvisum für Australien zu bemühen, um dann am Ende das erwartete Urteil fassen zu können...Verlass dich auf die nepalesischen Behörden und du bist verlassen! Zumindest sehen wir so noch was von der Stadt und wo wir schon mal dabei sind, können wir uns einfach nicht zurück halten und shoppen noch was das Zeug hält um für euch daheim auch ein paar schöne Mitbringsel im Gepäck zu haben. Wir haben den 28.03. als ich gerade bei einem Kaffee zu einer Zigarette meine e-mails checke und mir einfällt, dass ich mit Nacho als wir uns das letzte mal gesehen haben ausgemacht habe, dass wir wenn wir wirklich beide in Kathmandu sind zusammen zum Bungeejumpen gehen. Er ist vor einer Stunde in Kathmandu angekommen als ich ihm schreibe. Es vergeht keine weitere Stunde bis wir uns auf ein Bierchen mit Babbs und Sinai (zwei Mädls aus Norwegen die wir von Pokhara aus dem Cherry Garden kennen) treffen. Nach einer Stunde Kartenspielen ist es dann soweit und wir befinden uns mitten im Thema des großen Sprungs. Nach einer weiteren halben Stunde haben wir auch die Mädels zu einem Sprung überredet und nochmal eine halbe Stunde später finden wir uns kurz nach Ladenschluss im Büro der Last Resort Bungee Gesellschaft um uns über alles aufklären zu lassen und die Tickets direkt mitzunehmen. Morgen früh um 7:30 geht’s mit dem Bus bis kurz vor die tibetanische Grenze, es gibt was zu essen vom Buffet und dann wird nicht nur gesprungen sondern auch geschwungen! ☺ Nachdem das geschäftliche erledigt ist gönnen wir uns noch ein ausgelassenes Abendessen beim OR2K bevor wir uns auf den Weg ins Bett machen um Morgen auch sicher dabei zu sein wenn der Bus abfährt. Es ist nicht nur kalt, sondern obendrein auch noch verregnet, aber wir haben eh erst mal eine Fahrt von knapp 4 Stunden vor uns, noch genug Zeit um die Aufregung steigen zu lassen. Als wir an der Brücke ankommen, die den höchsten Canyon-Swing der Welt verspricht, und eine Gruppe gerade ihre Sprünge macht während die nächste schon darauf wartet dran zu kommen gönnen wir uns noch ein Bierchen vorm Essen und versuchen die Ruhe zu behalten. Richtig gemütlich hier, ist bestimmt zum Urlaub machen auch nicht verkehrt. Kurz nachdem wir fertig gegessen haben werden wir auch schon aufgerufen vor zur Brücke zu gehen und auf unseren Absprung zu warten....Wie das hier in Nepal so Tradition zu sein scheint, warten wir nicht nur 5 oder 10 Minuten, eine geschlagene halbe Stunde vergeht bis sich mal irgendwas rührt. Eine halbe Stunde in der man die Luft in scheiben schneiden könnte. Als wir dann endlich auf die Brücke dürfen, wird uns allen der Ablauf erklärt und mir wird mitgeteilt dass ich an zweiter Stelle springen werde. Jetzt gibt’s kein zurück mehr! Mein Kopf ist komisch leer als ich mir den Gurt anlegen lasse und der Helfer die Bandagen um meine Knöchel bindet. Nur ein komisches Gefühl in meiner Magengegend...Dann ist es soweit. Der Springer vor mir ist zurück von seinem Flug und ich bin an der Reihe. Unter dem Brückengeländer Rutsche ich vor auf eine kleine Plattform, gerade groß genug für 2 Personen mich und den Bungeemeister, der mich hinten am Gurt festhält, damit ich durch den Zug des Seils an meinem Füßen das Gleichgewicht nicht verliere. Im Pinguinmarsch watschle ich Zentimeter für Zentimeter weiter raus auf die Kante der Plattform, so lange bis meine Füße zur Hälfte in der Luft schweben, dann höre ich den Countdown. 3.....2....1.....Waaaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhh mit einem schwungvollen Absprung stürze ich mich in die Tiefe unter mir ohne wirklich zu realisieren was genau ich eigentlich gerade mache. Scheiß egal, es ist ein geile Gefühl! Absolut überwältigend und kaum in Worte zu fassen. Klar, im Vorhinein ist es nur ein Schritt in die Luft mit einem Sicherungsseil, aber wenn der Moment dann gekommen ist und man abspringen soll, wow alles und nichts zugleich im Kopf eine Stimme die Schreit „Tus nicht!“ und eine andere noch lauter „Jaaaaa Mann! Go for it!“. Heftig heftig heftig! Die nächsten 10 Minuten stehe ich wahrscheinlich noch unter Schock, kurz bevor Nacho dann springt und ich mit ihm mitfiebere. Als wir wieder festen Boden unter den Füßen haben, gibt’s erst mal n Beruhigungskippchen. Aber lange haben wir nicht Zeit um das gerade erlebte zu verarbeiten, da kommt schon jemand an und meint es geht gleich weiter mit dem Canyon-Swing. Um nicht nochmal das „gleiche“ zu erleben haben wir uns päärchenweise für den Tandemsprung angemeldet. Die beiden Mädels teilen sich ein Seil und ich teile das von mir mit der bärtigen Prinzessin aus Urugay. Jetzt wo wir schon mal aufgewärmt sind machen wir gleich den Anfang. Das Outfit ist bis auf die Fußmanschetten an denen das Bungeeseil vorhin befestigt wurde das gleiche. Das seil wird jetzt nur an der Vorderseite unseres Gurtes befestigt, so dass wir wie in einer Schaukel dahinschwingen können. ☺ Nach einem kurzen Interview und Sicherheitsanweisungen stehen wir zu zweit auf der Plattform, jeder hat eine Hand vorne am Seil und die andere über den Rücken des andern am Gurt des Nebenmannes festgeklammert, dann kommt wieder der Countdown....3.....2.....1 sofort stürzen wir uns in die Tiefe! Der freie Fall ist noch länger als wie bei dem Bungeesprung gerade eben. Aber was wirklich anders ist und das nicht nur im positiven, ist dass wir wirklich wie bei einer Schaukel schwingen, was angesichts dessen, dass der Gurt knapp um den Schritt sitzt bei uns beiden nicht gerade für Begeisterung sorgt. Mit Pippi in den Augen kommen wir oben auf der Brücke an und sind mehr als erleichtert als uns der Gurt und der damit verbundene Druck auf die empfindlichen Körperstellen von uns Männern abgenommen wird. Ein geiler Abschluss der zweieinhalb Monate Nepal. Jetzt sind die Mädls dran...ich mein sie haben sich ja gestern schon unschlüssig angehört, waren aber am Ende dann fest davon überzeugt springen zu wollen...Naja wie soll ich sagen, nachdem 3 Minuten vergangen sind stehen sie immer noch mit den Händen um das Geländer gewunden in Rückenlage auf der Plattform und schauen sich an wie weit es da so runter geht. Nach 5 Minuten sind sie auf halben Weg nach vorne, nach 7 Minuten machen wir die ersten Wetten ob und wann sie denn springen werden und dann nach 10 Minuten hört man nur noch Kreischen als die beiden nach unten saußen. Ihre Mienen als sie wieder auf die Brücke gezogen werden sind von einer Mischung aus Schock und Erleichterung geprägt. Wer aber wirklich erleichtert ist, dürfte wohl meine Schwester sein, sie hat das ganze Spektakel die ganzen 10 Minuten über von der Aussichtsplattform aus mit dem Handy gefilmt ohne nur einmal wegzudrehen. Da wir die letzten Springer des Tages waren und es mittlerweile auch 17:00 Uhr ist haben wir nicht wirklich Zeit uns noch ein Bier zu genehmigen, aber um uns eins mitzunehmen, das geht immer! Die Rückfahrt im Bus ist entspannter und geselliger als die Anreise, in der Zwischenzeit hatten wir ja genug freie Minuten um die anderen Mitfahrer kennen zu lernen. Ich bin froh dass wir den Sprung heute schon gemacht haben und nicht wie eigentlich geplant morgen vor dem Abflug, da es ja hieß wir wären um 18:00 wieder zurück und wir dann noch genug Zeit gehabt hätten bis zum Flughafen zu kommen. Zurück in der Stadt feiern wir unseren Sprung noch in einer kleinen Bar in der es zum Glück auch noch was zum essen gibt. Ramona ist schon vor ins Hotel und bei uns wird’s auch nicht mehr all zu lange bevor wir uns verabschieden. Der letzte Tag beginnt erst mal damit dass wir uns nochmal richtig schön ausschlafen und ausgiebig duschen bevor wir aus dem Hotel auschecken aber unsere Sachen noch da lassen. Gegen Mittag nach dem Frühstück kümmern wir uns darum, dass die Geschenke und alles was ich beschließe nicht mehr zu brauchen nach Hause geschickt wird. Ich habe vor zwei Tagen bei der allabendlichen Runde im Secret Garden jemanden kennen gelernt, der mir einen Holzschnitzer empfohlen hat um mir eine Grundausstattung an Werkzeug zu besorgen um mein Vorhaben von den selbstgeschnitzten Schachfiguren endlich mal anzufangen. Geschlagene zwei Stunden verbringe ich mit dem Jungen Mann, danach habe ich aber nicht nur das Werkzeug sondern obendrein auch das Wissen wie ich sie schleifen kann. Jetzt bleibt eh schon nicht mehr viel Zeit, schnell noch das Gepäck aus dem Hotel abgeholt und dann machen wir uns auf den Weg zu den anderen um einen letzten gemeinsamen Kaffee zu trinken. Keine Ahnung wann wir uns wieder sehen werden, aber man sieht sich ja bekanntlich immer zweimal im Leben und meine große Reise durch Südamerika steht ja auch noch auf dem Plan. ☺Ohne viel Getöse und Tam Tam holen wir uns ein Taxi und lassen uns zum Flughafen bringen um dort noch in aller Ruhe einen Milchtee in getrauter Zweisamkeit zu trinken, das Kapitel aufregendes Abenteuer Nepal fürs erste zu schließen und eine neue Seite mit „Neuseeland“ beschriften.

10.5.17 05:45, kommentieren

Die Farm des Franzosen

20.03.-25.03Pünktlich um 5 Uhr morgens erreichen wir mit unserem vollbepackten Bus die Endstation in Kathmandu. Geschlafen hab ich wieder mal eher wenig, zum Glück ist das nichts neues mehr. Hab ja mittlerweile schon so einige Nachtfahrten in Asien mit dem Bus hinter mich gebracht aber so wirklich geschlafen hab ich selten...man könnte das ganze wohl eher so ergründen dass ich mir ab und zu mal kurz die Augen ausgeruht habe. Nachdem wir uns 3 Milchtee in einem Kiosk/Streetfood laden hier am Bahnhof geholt haben und uns der etwas unfreundliche Besitzer darauf hinweist dass er auch ein Hostel besitzt in dem wir gerne einchecken können anstatt auf unseren Anschlussbus zu warten, kommen mir ein paar ebenso unfreundliche Worte über die Lippen, nur so dass er halt nichts davon versteht. Echt krank...schade dass es überall Leute gibt, die einem die Stimmung versauen. Nachdem wir unser Zeug gepackt haben suchen wir uns den richtigen Bus der uns wieder raus aus der Stadt und aufs Land bringt. Das letzte mal bin ich ja um 8 Uhr erst losgefahren, heute sind wir so früh dran, dass wir mit dem ersten Bus um halb 7 stadtauswärts fahren.Passend zur Mittagspause überraschen wir Thomas und seine Mutter bei ihrer Siesta. So früh hätten sie nicht mit uns gerechnet. ☺ Seit meinem letzten Besuch auf der kleinen Farm in Chaughada hat sich einiges getan. Die Kartoffeln, Karotten und der Radi sind geerntet und trocken gelagert, der Kohl ist groß und stark geworden, so dass wir ohne Probleme jeden Tag zwei bis drei Köpfe ernten können, die letzten Fische im Teich haben mittlerweile auch das Zeitliche gesegnet und der Besuch der Verwandten hat nicht nur helfende Hände sondern auch so einiges an Kücheneinrichtung mitgebracht. Das wohl coolste ist, dass die Katze um die sich Thomas teilweise gekümmert hat in der Zwischenzeit Nachwuchs bekommen hat. Drei kleine Babykatzen bringen neues leben in die Bude. Die nächsten 4 Tage die wir hier sind, lassen wir es mit der Arbeit eher ruhig angehen. Es gibt zwar was zu tun, aber nichts was wirklich unbedingt notwendig wäre. Die Tage beginnen wieder mal ziemlich früh. Nach dem Frühstück und den getanen täglichen Aufgaben verbringen wir den Vormittag meistens produktiv im Garten, ein bisschen was ist ja immer zu tun auf so ner Farm. Thomas hat mich gefragt ob ich ihm vielleicht seine Axt schleifen kann, im Gegenzug sorgt er dafür dass der Deckel meines Espressokochers wieder an seinen Platz kommt und fixiert ihn mit zwei Nieten gleich so, dass er nicht wieder abfallen kann. Am Nachmittag ist es jetzt so heiß dass wir nach dem Mittagessen eine Siesta einlegen. Da ich jetzt einen Laptop habe und Thomas ein paar Festplatten vollgestopft mit Filmen zu seinem Hab und Gut zählen kann, kommt die elektronische Unterhaltung in diesen Tagen nicht zu kurz. Bei einer Wanderung zum Picknicken kommen wir an einer Herde Affen vorbei und hören das Brüllen eines Tigers, den wir aber leider nicht zu Gesicht bekommen (anscheinend hat es sich ein Tiger in der ersten Nacht in der wir hier waren für ein Nickerchen auf einem der Bäume auf dem Grundstück gemütlich gemacht). Ich bin gerade dabei die Axt zu schleifen und denke darüber nach dass ich mich schon lange nicht mehr geschnitten habe, also ich mit dem Stein abrutsche und mir die Schneide der Axt über den Finger ziehe. Die gute Nachricht: Die Axt ist jetzt scharf! Tags drauf hat sich Thomas übrigens gedacht dass er mich nicht alleine leiden lassen will und sich kurzerhand beim Holzhacken auch ein bisschen in den Finger gehackt, zum Glück hatte ich noch Klammerpflaster in meinem erste Hilfe Beutel, war echt n sauberer Schnitt! :D Meine Schwester bekommt einen Kochkurs in „How to make Momos“ und die Tage haben alles in allem einen geregelten Ablauf. Wir Jungs kümmern uns um die schweren Sachen und die Mädls kümmern sich um die Felder und die kulinarische Verköstigung. Am letzten Abend den wir hier bleiben wollen zieht ein kleiner Sturm auf. Doch was sich erst als kleiner Sturm angekündigt hat, wird dann zu einem richtigen Orkan. Im oberen Geschoss des Hauses sind noch keine Fenster eingebaut. Vor den Küchenfenstern hängen Planen und das Große Wohnzimmer ist immer gut durchlüftet. Das Problem an diesem Abend war dass Wind und Regen gleichzeitig in einem gigantischen Ausmaß auf das Land niedergeschlagen haben. Kurz bevor der Wind aufgezogen ist haben wir uns dran gemacht, alles sturmsicher zu machen. Fenster zu, Haustür abschließen und dann ab zum essen. Nur haben wir nicht viel Zeit zum essen, der Sturm wird schnell so stark, dass Regentropfen waagerecht durch das Wohnzimmer schwirren. Gleich drauf finden wir uns in einem Kriegsgebiet wieder. Von überall kommt Wasser rein! Die Fenster unten lecken, also in jedem Zimmer die Betten verrutschen, dann läuft das Wasser die Treppe runter, da unter der Treppe Kartoffeln und Karotten gelagert werden nicht unbedingt das beste Szenario. Die Polster von der Wohnzimmercouch waren nur halb in Sicherheit, wo es vor 5 Minuten noch komplett trocken war steht das saugen sich Boden und Polster mit Wasser voll dass die Treppe runter gelaufen ist. Ich komm mir vor wie im Krieg! Die Blitze die dem tobenden Donner folgen haben genug Power um das ganze Tal hell zu erleuchten. Dieses Nepal ist eben immer für eine Überraschung gut. Nachdem wir die Katzen aus der Küche gerettet haben machen wir es uns alle zusammen in Thomas Zimmer gemütlich und sitzen das Gewitter aus. Schaut ganz so aus als würden wir noch ein bisschen bleiben.Den nächsten Morgen nutzen wir zur Schadensermittlung und –bekämpfung. Auf den Feldern schauts besser aus als gedacht. Aber wie hoch der Schaden hier wirklich ist wird die Zeit zeigen. Im Erdgeschoss passt sich eh schon wieder alles nur oben im ersten Stock schippen wir knapp 15 Liter Wasser vom Wohnzimmerboden. Was ein Glück dass hier alles spartanisch eingerichtet ist. Wir entschließen uns beim Frühstücken dazu noch eine Nacht länger zu bleiben um am Nachmittag die Felder wieder herzurichten. Etwas gutes hat das ganze ja auch, zumindest muss jetzt erst mal für ein paar Tage kein Wasser mehr in die Felder laufen, denen geht’s soweit optimalst und am Abend kann man kaum noch was davon sehen, dass gestern wirklich so ein Sturm gewütet hat. Zumindest um die Farm des franzosen nicht. Die anderen Felder und zum Teil auch Straßen sind von dem Unwetter böse erwischt worden. Tja, das ist halt das Problem wenn man das ganze Jahr über nur 3 Sachen anbaut und nicht ein bisschen ökologischen und nachhaltigen Ackerbau betreibt. Während die Nachbarn noch etwas aufgewühlt aber darüf nicht weniger unfreundlich sind, lassen wir den letzten gemeinsamen Abend noch auf 2-3 Bierchen ausklingen und packen schon mal die Sachen für die morgige Abreise zurück nach Kathmandu.

10.5.17 05:44, kommentieren